Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU fördert Fusionsforschung

26.03.2008
Projektstart am Forschungszentrum Karlsruhe: Simulation eines Reaktors

In Frankreich bauen die EU, die USA, China und weitere Partner den Fusionsreaktor ITER. Wissenschaftler am Forschungszentrum Karlsruhe simulieren im EU-Forschungsprojekt EUFORIA den komplexen Ablauf im Inneren des Versuchsreaktors. Dabei vernetzen sie Computer aus ganz Europa miteinander und vereinheitlichen Simulationen aus verschiedenen Bereichen der Fusion.

Die Europäische Kommission fördert das Projekt EUFORIA mit 3,65 Millionen Euro über drei Jahre. Es vernetzt Wissenschaftler aus Schweden, Finnland, England, Spanien, Slowenien, Frankreich, Italien, Polen und Deutschland mit dem Ziel, Simulationsprogramme aus verschiedenen Bereichen der Physik miteinander zu verbinden.

Bisher wandten Wissenschaftler sie getrennt an - sie bringen sie nun zusammen, um den Fusionsreaktor als Ganzes simulieren zu können. Hinter den einzelnen Simulationsprogrammen stecken sehr intensive Rechenvorgänge - daher dauert es oft Monate, bis Ergebnisse vorliegen. Teilweise sind die Simulationen in jahrelanger Detailarbeit auf spezielle Computerarchitekturen, zum Beispiel Vektorrechner, die eine Berechnung gleichzeitig auf vielen Daten ausführen, optimiert worden. Je nach Aufbau der Rechner aus verschiedenen Komponenten und Organisation der Arbeitsabläufe in den Rechnern entwickelten die Wissenschaftler die Programme unterschiedlich weiter.

... mehr zu:
»EUFORIA »Fusionsforschung »KIT

Die Forscher im Projekt EUFORIA stehen nun vor der Aufgabe, die für die Simulation notwendige Rechenleistung auf die europaweit aufgestellten Computer, zum Beispiel auf Verbünde von Computern oder Hochleistungsrechner, zu verteilen. Zudem, so erklärt Marcus Hardt, Projektleiter am Forschungszentrum, "versuchen wir die unterschiedlichen Computerarchitekturen so miteinander zu vereinen, dass die Stärken der jeweiligen Architektur voll zum Tragen kommen".

Das Forschungszentrum Karlsruhe könne in diesem interdisziplinären Projekt gleich mehrere Stärken ausspielen, sagt Hardt. Es ist sowohl mit Instituten aus der Computertechnik als auch mit Instituten aus der Fusion vertreten. Dabei spielt der Forschungsschwerpunkt Grid-Computing eine Schlüsselrolle. In ihm verfolgen Wissenschaftler das Ziel, Rechenleistung wie Strom aus der Steckdose bereitzustellen. Das EU-Projekt, so Hardt, "bietet die Chance, Grid-Technologien in den Bereich der Fusion wie auch in den der Hochleistungsrechner hineinzutragen".

Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gehen die Universität Karlsruhe und das Forschungszentrum Karlsruhe zusammen. Gemeinsam arbeiten hier 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro.

Mit KIT entsteht eine Institution international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. KIT soll Attraktionspunkt für die besten Köpfe aus der ganzen Welt werden, neue Maßstäbe in Lehre und Nachwuchsförderung setzen und das führende europäische Zentrum in der Energieforschung bilden. Im Bereich der Nanowissenschaften will KIT eine weltweit führende Rolle einnehmen. Ziel von KIT ist es, einer der wichtigsten Kooperationspartner für die Wirtschaft zu sein.

Weiterer Kontakt:

Marcus Hardt
Institut für Wissenschaftliches Rechnen (IWR)
Forschungszentrum Karlsruhe
Tel.: +49 7247 82-4659
Fax: +49 7247 82-4972
E-Mail: marcus.hardt@iwr.fzk.de

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Berichte zu: EUFORIA Fusionsforschung KIT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Komfortable Software für die Genomanalyse
16.08.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung
16.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie