Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Internetausweis: Online-Betrug chancenlos

26.03.2008
Für Online-Betrüger werden die Zeiten schwerer: Siemens hat mit einem Partnerunternehmen einen scheckkartengroßen Internetausweis entwickelt, mit dem sich Nutzer vor einer Überweisung mit einem Fingerabdruck und einem integrierten Schlüssel bei der Bank authentifizieren.

Der Ausweis benötigt keine zusätzliche Soft- oder Hardware, ist somit vor Angriffen geschützt und lässt sich an jedem Computer nutzen. Frühestens im Sommer 2008 soll die Lösung auf den Markt kommen.


Hacker gelangen unter anderem mit gefälschten Internetseiten an zahlreiche Kontodaten und verursachten nach Angaben des Bundeskriminalamtes allein im vergangenen Jahr in Deutschland einen Schaden von mindestens 14 Millionen Euro. Mit dem Internetausweis von Siemens IT Solutions and Services und der Schweizer Firma AXSionics sollen solche Betrugsfälle der Vergangenheit angehören.

Der Ausweis ist mit einem Fingerabdruck-Scanner und sechs optischen Sensoren ausgestattet. Zunächst identifiziert sich der Anwender mittels Fingerabdruck. Dann sendet die Internetseite der Bank einen so genannten Flickercode, den die Sensoren des Ausweises erfassen und entschlüsseln. Dabei zeigt der Monitor sechs Felder, die im schnellen Wechsel schwarz oder weiß flimmern.

... mehr zu:
»Ausweis »Internetausweis

Der Flickercode enthält die vorher eingegebenen Überweisungsdaten und die dazugehörige Nummer zur Transaktionsfreigabe (TAN). Mit einem integrierten kryptographischen Schlüssel dechiffriert der Ausweis den Code und zeigt die entschlüsselten Informationen auf seinem kleinen Display an. Der Nutzer prüft, ob die Transaktionsdaten vollständig sind und bestätigt die Überweisung schließlich durch die Eingabe der aktuell angezeigten TAN. Weder Soft- oder Hardware sind für den Internetausweis erforderlich. Der Internetuser kann seine Bankgeschäfte so weltweit sicher ohne separate TAN-Liste erledigen.

Um den Ausweis zu personalisieren, scannt der Kunde mehrere Finger auf dem Internetausweis ein, die er später zur Identifikation nutzt. Dabei wählt er auch einen sogenannten Notfallfinger: Wird der Kunde etwa gewaltsam gezwungen, einen Geldbetrag zu überweisen, löst er mit dem Scan dieses Fingers in der Bank einen Alarm aus. Auf dem Computermonitor wird die Transaktion zur Täuschung des Täters zwar getätigt, jedoch führt die Bank den Auftrag nicht aus.

Online-Banking ist jedoch nur eine von vielen Nutzungsmöglichkeiten. Ob Auktionshaus oder Musikdownload: Der Ausweis verfügt über insgesamt 128 Schlüssel und kann theoretisch für diese Zahl verschiedener Onlineanbieter genutzt werden. (IN 2007.03.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Ausweis Internetausweis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Das Gehirn mit „Legosteinen“ modellieren
16.06.2017 | Universität Luxemburg - Université du Luxembourg

nachricht Dehnungsmessung – schnell und vielseitig wie nie
14.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie