Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tiefenwahrnehmungs-Kamera mit 12.616 kleinen Linsen

25.03.2008
Multiblende liefert detaillierte Entfernungsinformation

Forscher der kalifornischen Stanford University wollen mit einer Multiblendenkamera die Fotografie revolutionieren. Eine Anordnung von Mikrokameras statt einem normalen Detektor verspricht nicht nur detaillierte räumliche Information für Anwendungen wie die Gesichtserkennung oder den 3D-Druck, sondern könnte auch für die Entwicklung von Gigapixel-Kameras interessant sein. Ein erster Drei-Megapixel-Prototyp wird es auf 12.616 der kleinen Linsen bringen.

Je 256 Detektor-Pixel werden beim Detektor des Kamera-Prototypen mit einer von 12.616 kleinen Linse zusammengefasst. "Das ist, wie eine Menge Kameras auf einem Chip zu haben", meint der am Projekt beteiligte Keith Fife. Genau das verschafft der Multiblenden-Kamera ihre besonderen Möglichkeiten. Die Objektivlinse fokussiert nicht wie üblich direkt auf dem Sensorarray, sondern etwa 40 Mikrometer davor. Dadurch wird jeder Punkt eines Bildes von zumindest vier der Mikrokameras erfasst. Das Ergebnis ist detaillierte Information über Entfernungen einzelner Punkte der Abbildung. Sie ist zwar im Foto selbst unsichtbar, liegt aber elektronisch gespeichert vor und kann vielfältig verwertet werden.

Eine denkbare Anwendung der Kamera liegt im Sicherheitsbereich. Mit der Technologie wäre eine präzise Gesichtserkennung möglich, so die Forscher. Auch die dreidimensionale Modellierung von Gebäuden oder 3D-Druck könnten von der Tiefeninformation der Aufnahmen profitieren. Selbst in der Robotik sehen die Wissenschaftler ein mögliches Einsatzgebiet. Es sei denkbar, durch die Technologie Robotern bessere räumliche Wahrnehmung als dem Menschen selbst zu bescheren, was neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen würde.

... mehr zu:
»Gesichtserkennung »Linse

Wichtig ist den Forschern auch, dass die Kamera kompakt wie eine normale Digitalkamera wäre. Im Bereich der alltäglichen Fotografie sehen die Wissenschaftler ihre Entwickllung als möglichen Wegbereiter für Gigapixel-Kameras. Zum einen würde sie kleinere Pixel und damit mehr Bildpunkte auf kleinem Raum erlauben. Außerdem würden etwaig defekte Pixel durch die Verteilung von Information auf mehrere Bildpunkte kompensiert.

An der Gewinnung von Tiefeninformation etwa für die 3D-Modellierung wird auch auf andere Arten geforscht. Ansätze umfassen etwa Laser oder die Verbindung mehrerer Aufnahmen. An der Stanford University selbst wurde im Januar dieses Jahres mit Make3D ein Software-Algorithmus präsentiert, der aus einem einzelnen Foto ein dreidimensionales Modell errechnet. Er wurde mit zweidimensionalen Fotos aus dem Bereich der Universität und zugehörigen räumlichen Informationen gefüttert, um zu "erlernen", wie er Entfernungen beurteilt.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.stanford.edu
http://make3d.stanford.edu

Weitere Berichte zu: Gesichtserkennung Linse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft
27.04.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Ergonomie am Arbeitsplatz: Kamera erkennt ungesunde Bewegungen
24.04.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie