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Arbeiten im Reich der Quanten

05.06.2002


Das Bildungsdreieck Hannover-Göttingen-Braunschweig hat sich für das "Zeitalter des Photons" gewappnet.

Wer die Entwicklung einer Schlüsseltechnologie für das 21. Jahrhundert mitbestimmen möchte, wen Lichtimpulse in Femtosekunden oder Übertragungsraten in Terabit faszinieren, der findet in Südniedersachsen erstklassige Ausbildungsmöglichkeiten im umfassenden Themenfeld der Optischen Technologien. Eine Wachstumsbranche, für die in den kommenden Jahren ein hoher Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern prognostiziert wird.
Ob Feinoptiker, Laserfachkraft, Ingenieur oder Physiker - auf allen Qualifikationsebenen garantieren in Südniedersachsen moderne Ausbildungseinrichtungen mit ausgezeichneter technischer Ausrüstung und innovativem Geist eine Ausbildung auf hohem Niveau.

Eines der wichtigsten Werkzeuge der Optischen Industrie ist der Laser. Daher ist die fundierte Schulung in Funktionsweise und Umgang mit dieser modernen Strahlquelle von großer Bedeutung. Am Laser Zentrum Hannover bietet man einen umfangreichen Katalog an Fortbildungsmaßnahmen, um Techniker, Meister und Ingenieure mit Kenntnissen über den gebändigten Lichtstrahl auszurüsten. Auch am Fachbereich Physik der Universität Göttingen können Studenten einen speziellen Kurs für Laserphysik belegen.

Gezielte Erweiterungsangebote machen das klassische Studium der Physik immer attraktiver. So z.B. an der Universität Hannover, wo im vergangenen Jahr der Abschluss "Technische Physik" eingeführt wurde. Studierende erhalten hier eine praxisnahe interdisziplinäre Ausbildung in zukunftsorientierten technischen Disziplinen, abgerundet durch Lehrveranstaltungen der Betriebswirtschaftslehre und ausgewählten Gebieten des Patentrechts. Vollkommen neu ist dabei ein integriertes Industriepraktikum, das erste Erfahrungen und Berufsperspektiven außerhalb der Wissenschaft ermöglicht.

Mit ihrem Angebot "Graduate Studies" haben die traditionsreichen Universitäten im Dreieck Hannover - Göttingen - Braunschweig außerdem einen wichtigen Schritt in Richtung Internationalisierung getan. Sie ermöglichen ausländischen Absolventen mit einem Abschluss als Bachelor of Science innerhalb von zwei Jahren das Diplom zu erwerben.
Modern und praxisnah

Was an den Universitäten vielfach noch Neuland, ist für Fachhochschulen längst Programm: Praxisorientiert und in enger Kooperation mit der Industrie bildet man hier gezielt Nachwuchs für den Bedarf der Unternehmen aus. Die Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen hat am Fachbereich Physik-, Mess- und Feinwerktechnik in Göttingen sehr aufmerksam die Zeichen der Zeit interpretiert und in einem beachtlichen Tempo auf die Erfordernisse für die Zukunft reagiert. Gleich zwei Studiengänge wurden in den vergangenen zwei Jahren eingerichtet, die sich im Besonderen den Optischen Technologien widmen: Die Präzisionsfertigungstechnik mit den Schwerpunkten Optik und Mechanik, und der international anerkannte Master of Optical Engineering/Photonics. Außerdem verfolgt die FH erfolgreich das Konzept des Praxisverbundes, d.h. sie bietet in Kooperation mit verschiedenen Industriepartner eine duale Ausbildung an: den Facharbeiter-Abschluss im Betrieb mit gleichzeitiger Qualifizierung zum FH-Ingenieur innerhalb von nur 4 Jahren.


Innovative Ausbildungskonzepte

Optische Technologien unterliegen einer raschen Entwicklungsdynamik. Die Erfordernisse an eine bedarfsgerechte Ausbildung sind daher enorm. Im Bereich der Feinoptik ist heute eine extreme hohe Präzision gefordert. Kenntnisse im Umgang mit einem Laser oder die Steuerung von CNC-Anlagen gehören für einen Mitarbeiter in der Optischen Industrie schon bald zum Standardprofil. Innovationen in der Bildungslandschaft sind dringend gefragt.
Gute Beispiele hierfür liefern Neugründungen wie das Ausbildungszentrum Optische Technologien (AOT) in Göttingen - einem von den Unternehmen LINOS und Zeiss gemeinsam gegründeten modernen Zentrum, das u.a. Feinoptiker ausbildet. Das AOT ist in Räumen der FH angesiedelt und schafft damit ideale Voraussetzungen um Synergien zu schaffen: Studenten der Präzisionsfertigungstechnik nutzen die Optik-Werkstatt für ihre Projekte, Auszubildende zum Feinoptiker die hochwertigen Prüflabore und Schulungsräume der FH.

Und nicht zuletzt bietet die Region in der Mitte Deutschlands eine beeindruckende Dichte an Unternehmen der Optischen Industrie - vom Zulieferer bis zum Systemhersteller, von der einfachen Linse über das klassische Mikroskop bis zum hochkomplexen Medizinlaser. Sie garantieren in Begleitung zur vielfältigen Ausbildungslandschaft interessante Betriebspraktika und spätere Betätigungsfelder.


Gute Zeiten für Wissenstransfer

Abgerundet wird das umfangreiche Bildungsangebot durch wirkungsvolle Instrumente des Technologietransfers in der Region, die allen Forschungsaktivitäten an den Hochschulen einen besonderen Reiz verleihen. Wertvolle Ergebnisse jahrelanger Forschung landen nicht in Schubladen, sondern gehen direkt in den Prozess der Produktentwicklung ein. Nachwuchswissenschaftler können die Unternehmer von morgen werden.
Erst kürzlich wurde das Institut für Mechatronik und angewandte Photonik (IMAPH) in Göttingen - angegliedert an die FH - eröffnet. Hier entwickeln Spezialisten aus den Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik und den Physikalischen Technologien gemeinsam Lösungen für Probleme der Industrie. Ein weiteres Beispiel für moderne, anwendungsorientierte Forschung mit hohem Transferpotential in die Praxis.

Das Land Niedersachsen hat seinerseits mit Änderungen im Hochschulrahmengesetz entscheidende Neuerungen in der Hochschullandschaft ermöglicht. Davon zeugt die Existenz einer Innovationsgesellschaft in Hannover, einer Universitätseigenen Innovations-Capital Gesellschaft in Göttingen (mit einem jährlichen Gründerkapital von 150.000 Euro), eine Beteiligung der Hochschulen am PhotonicNet, dem Kompetenznetz für Optische Technologien uvm.

Signale, die einen Aufbruch der hiesigen Hochschulen in Richtung einer stärkeren Verzahnung zwischen dem originären Forschungs- und Bildungsauftrag und der Wirtschaft zeigen. Ein Schritt, der dem Auszubildenden das Tor in die Arbeitswelt weit öffnet.

Dipl.Biol. Anja Nieselt-Achilles | idw
Weitere Informationen:
http://www.photonicnet.de/

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