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Kostenschätzung für Softwareprojekte leicht gemacht: Neues Werkzeug verfügbar

14.02.2008
Die Kosten eines Softwareentwicklungsprojekts abzuschätzen, erfordert viel Wissen und Erfahrung: über das zu entwickelnde Produkt, den Entwicklungsprozess und die zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Die Vorteile einer erfahrungsbasierten Kostenschätzung und der Auswertung von Kennzahlen aus vergangenen Projekten kombiniert die CoBRA-Methode des Fraunhofer IESE zur Kosten- und Risikoabschätzung. Der Prozess wird nun auch durch ein intuitiv zu bedienendes Tool unterstützt – nie war eine fundierte und transparente Kostenschätzung so einfach.

Die CoBRA-Methode (Cost estimation, Benchmarking and Risk Assessment) lässt sich anders als andere Ansätze wie z.B. COCOMO auch dann einsetzen, wenn nur wenige Messdaten zur Verfügung stehen. Der Grund: Expertenwissen aus dem eigenen Unternehmen wird genutzt, um die wichtigsten Kostenfaktoren zu identifizieren und im Hinblick auf ihren Einfluss zu beschreiben. Hierdurch werden die besonderen Eigenheiten des eigenen Unternehmens berücksichtigt. Zusätzlich werden Kenndaten aus typischen abgeschlossenen Projekten genutzt, um ein Kostenmodell zu erstellen. Somit werden unternehmensspezifische Anforderungen und Eigenschaften automatisch im Modell abgebildet – anders als bei vielen kommerziellen „Black-Box“-Modellen, die nur ungenügend an die eigene Umgebung angepasst werden können.

Expertenwissen und Kostendaten vorangegangener Projekte können mit dem CoBRIX-Tool verwaltet werden, welches den Nutzer durch den Kostenschätzprozess nach CoBRA führt. Das Werkzeug formalisiert die meist subjektiven Kostenschätzungen und kombiniert diese mit Simulationstechnik, um eine Wahrscheinlichkeitsverteilung der zu erwartenden Kosten zu berechnen. Diese Darstellung hat mehrere Vorteile: Das Risiko einer Kostenüberschreitung ist direkt ablesbar, ebenso wie die Schätzunsicherheit über die Breite der Verteilung. Mit den in CoBRIX enthaltenen Hilfsmitteln lassen sich Kostenschätzungen durchführen, Risiken im Hinblick auf den Einfluss einzelner Projektparameter abschätzen und Vergleiche zu anderen Projekten durchführen. Zudem ist eine Sensitivitätsanalyse hinsichtlich der Faktoren mit dem größten Kosteneinfluss möglich.

Im Praxiseinsatz hat sich die Methode vielfach bewährt und wurde bei Firmen wie Oki Electric Industry Co., Japan oder Siemens Information Systems Ltd. India erfolgreich eingesetzt. Der Schätzfehler lag dabei typischerweise unter 15%.

Das CoBRIX-Tool kann kostenlos unter http://www.cobrix.org bezogen werden. Dort finden Sie auch weitergehende Informationen und Ansprechpartner für eine Unterstützung bei der Einführung der Technik in Ihrem Unternehmen.

Ralf Kalmar | Fraunhofer IESE
Weitere Informationen:
http://www.cobrix.org
http://www.iese.fraunhofer.de
http://www.iese.fraunhofer.de/fhg/iese_DE/press/newsletter/vol0208/02_2008_eGov.jsp

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