Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heimnetze: Gigabit-Geschwindigkeit ohne Kabelsalat

21.01.2008
Das europäische Forschungsprojekt OMEGA entwickelt seit Januar ein Anwender-freundliches Gigabit-Heimnetz.

Das europäische Forschungsprojekt OMEGA hat im Januar begonnen, einen globalen Standard for ultra-breitbandige Heimnetze zu entwickeln. Der neue Standard wird Übertragungsraten von einem Gigabit pro Sekunde ermöglichen, ohne dass zu Hause irgendwelche neuen Kabel verlegt werden müssen.

Die Nachfrage nach solchen Gigabit-Heimnetzen wird getrieben durch aufkommende Dienste des zukünftigen Internets, die über optische Hochgeschwindigkeitsnetze ins Haus kommen, und durch die rapide wachsende Zahl von Kommunikationsgeräten im Heimbereich.

Heimnetze leiden gegenwärtig darunter, dass die drahtlosen Übertragungsrate vieler Geräte auf 54 Megabit pro Sekunde beschränkt ist oder eine mühsame Verkabelung erforderlich ist, um höhere Übertragungsraten zu erzielen. Heutige Heimnetze drohen daher zu einem Engpass zu werden, wenn sie durch optische Hochgeschwindigkeitsnetze gespeist werden, die sowohl zum Hochladen wie auch zum Herunterladen 100 Megabit pro Sekunde oder mehr bieten.

OMEGA, ein EU-gefördertes Konsortium von 20 europäischen Partnern aus Industrie und wissenschaftlicher Forschung, wird diese Beschränkungen überwinden, indem es die Übertragungsgeschwindigkeit auf ein Gigabit pro Sekunde erhöht und die Heimgeräte durch Datenkommunikation über das Stromnetz sowie über drahtlose Verbindungen mit dem Internet und untereinander verbindet. Dies wird sowohl die Übertragungsbeschränkungen wie auch den Kabelsalat beenden und damit den Anwendern im ganzen Haus Zugang zu erweiterten Informations- und Kommunikationsdiensten verschaffen.

Zu den sich abzeichnenden Internetdiensten, die hohe Bandbreite und hohe Übertragunsgeschwindigkeiten erfordern, gehören Entertainment-Dienste wie Telepräsenz, 3D-Spiele, Dienste mit verbesserter Interaktivität, virtuelle Realität, hochauflösendes Fernsehen und Telemedizin- Anwendungen sowie Dienste für den Austausch von Anwender-generierten geschäftlichen und multimedialen Inhalten.

OMEGAs Vision besteht darin, solche Bandbreite-hungrigen Dienste so normal und komfortabel zu machen wie Wasser aus dem Wasserhahn. "Informationsbeschaffung sowie Dienste für Beruf und Unterhaltung über das Heimnetz werden zu einem Gebrauchsgut, das so selbstverständlich ist wie zum Beispiel Strom, Wasser oder Gas," sagt OMEGA Projekt-Koordinator Jean-Philippe Javaudin von Orange Labs, France Telecom.

Um zu diesem Ziel zu gelangen, wird OMEGA nicht nur die Übertragungsgeschwindigkeiten erhöhen, sondern auch eine neue Generation von Heimnetzen hervorbringen, die von jedem leicht zu installieren und zu bedienen sind. Für die drahtlose Verbindung im Haus und sogar im Garten wird OMEGAs Heimnetz-Lösung Gigabit-Funkfrequenzen und optische Freistrahlverbindungen mit Datenkommunikation über das Stromnetz verbinden und so ein Kommunikations-Basisnetz, auch Backbone genannt, ohne Neuverkabelung schaffen. Dieser Ansatz wird sich auch auf Mietwohnungen und kleine Büros übertragen lassen. "Niemand wird neue Kabel in Gebäuden benötigen, um auf das Gigabit-Heimnetz aufzurüsten," erläutert Martial Bellec, OMEGAs Technischer Manager von Orange Labs, France Telecom.

Das Herzstück des neuen Systems ist ein Technologie-unabhängiges Protokoll für den Zugang zum Übertragungsmedium, dem sogenannten Media Access Control (MAC) Layer. Diese Netzebene steuert das mehrere Technologien umfassende Gigabit-Netz und ermöglicht Dienste sowie Verbindungen zu einer beliebigen Zahl von Geräten in jedem Raum des Hauses oder der Wohnung. Darüber hinaus wird es der MAC Layer ermöglichen, dass Dienste dem Anwender von Gerät zu Gerät folgen. Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, wird OMEGA an erheblichen technologischen Herausforderungen in den Bereichen drahtloser optischer Technologien und Funktechnologien, Protokoll-Design und System-Architektur arbeiten.

Als Ergänzung zur nächsten Generation von Breitband-Zugangsnetzen wird OMEGAs Gigabit-Heimnetz die Bürger befähigen, neuartige Dienste in Bereichen wie Gesundheitspflege, Kommunikation und Unterhaltung zu nutzen. Der europäischen Informations- und Kommunikationsindustrie wird dies erhebliche ökonomische Möglichkeiten bieten.

Über OMEGA

OMEGA ist ein Integriertes Projekt, das zum Teil von der Europäischen Kommission im EU-Rahmen-Programm 7 gefördert wird. Es läuft über drei Jahre, von Januar 2008 bis Dezember 2010. OMEGA wird ein Anwender-freundliches Heim-Zugangsnetz entwickeln, das in der Lage ist, Breitband-Dienste und Inhalte mit Übertragungsgeschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde anzubieten. Das interdisziplinäre Projekt-Konsortium besteht aus 20 europäischen Partnern aus Industrie und wissenschaftlicher Forschung.

Milon Gupta | idw
Weitere Informationen:
http://www.ict-omega.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im »Internet of Things« (IoT)
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB

nachricht Von Fußgängern und Fahrzeugen: Uni Ulm und DLR sammeln gemeinsam Daten für das automatisierte Fahren
09.12.2016 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie