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Studie zur Lebenssituation von Mädchen in Deutschland

13.05.2002

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Die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter steht noch aus, meinen drei von vier Frauen in Deutschland. Das zeigt auch die Studie "Junge Frauen - junge Männer", die vom Deutschen Jugendinstitut im Auftrag des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt wurde. Analysiert wurde die Gleichstellung in fünf Lebensbereichen von jungen Frauen und Männern im Alter zwischen 12 und 29 Jahren. Die Studie zeigt, dass die Chancengleichheit von Frauen und Männern auch in der jungen Generation noch nicht Wirklichkeit ist.

Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung bahnt sich schon in früher Jugend an. So verrichten schon 12- bis 15-jährige Mädchen mehr Hausarbeit als Jungen. Während junge Männer zwischen 20 bis 25 Jahren täglich eine Stunde Hausarbeit und Kinderbetreuung leisten, nehmen diese Aufgaben 2 ¾ Stunden des Zeitbudgets gleichaltriger Frauen in Anspruch. Dabei halten gerade junge Frauen mehrheitlich mit 76 Prozent der unter 30-jährigen eine partner-schaftliche Teilung der Hausarbeit für wichtig. Obwohl Männer wie Frauen für gleiche Teilhabe bei der Familienarbeit plädieren, ist die Bereitschaft junger Männer eher gering, ihre beruflichen Pläne zugunsten familiärer Aufgaben zurückzustellen. Rund 45 Prozent der 16- bis 23-jährigen Männer stimmen der Aussage zu "Wenn Kinder da sind, soll der Mann arbeiten gehen und die Frau zu Hause bleiben und die Kinder versorgen". Dabei äußern zwei Drittel der unter 30-jährigen Frauen den Wunsch, dass Erziehungsurlaub für Männer selbstverständlicher wird.

Allerdings haben sich auch positive Veränderungen für die Chancengleichheit im Laufe der letzten 10 Jahre abgezeichnet: So sinkt der Anteil der Männer, die darauf bestehen, dass Mütter kleiner Kinder auf Erwerbstätigkeit verzichten sollen, und das Spektrum der Studienfächer und Ausbildungsgänge für Frauen wächst.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat sich die gleich-berechtigte Teilhabe der Frauen in Beruf und Gesellschaft zum Ziel gesetzt. Das Programm "Frau und Beruf" fördert Frauen im Erwerbsleben quer durch alle Bereiche, im IT-Bereich, in Forschung und Lehre, in Bildung und Ausbildung ebenso wie bei Existenzgründungen und beim beruflichen Fortkommen. Das Gesetz über die Elternzeit schuf bessere Rahmenbedingungen, um jungen Frauen und Männern die Vereinbarung von Beruf und Familie zu erleichtern.

Die Studie "Junge Frauen - junge Männer" basiert auf einer Sekundäranalyse von Daten repräsentativer Jugendstudien und des Statistischen Bundsamtes.

Cornelißen, Gille, Queisser, Knothe, Meier, Stürzer:

Junge Frauen - junge Männer. Daten zur Lebensführung und Chancengleichheit.

DJI-Reihe, Leske und Budrich

ISBN 3-8100-3388

BMFSFJ Pressereferats | Quelle: Pressemitteilung
Weitere Informationen: www.bmfsfj.de/

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