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Gute Organisatoren und schlechte "Leader"

10.04.2002


Die Mitarbeiter deutscher Unternehmen haben wenig Vertrauen in ihre Vorgesetzten. Das zeigt eine Studie von International Survey Research (ISR), Frankfurt/Main.

61 Prozent der Mitarbeiter deutscher Unternehmen sind mit ihrer Arbeitssituation zufrieden. Damit ist die Arbeitszufriedenheit in Deutschland höher als in den meisten großen Industrienationen. Relativ unzufrieden sind die Mitarbeiter aber mit der Führung ihrer Unternehmen; außerdem mit den Mitgestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, die ihnen ihre Arbeitgeber bieten. Das zeigt eine Studie des Beratungsunternehmen International Survey Research (ISR), Frankfurt am Main.

Für die Studie befragte der Spezialist für Organisationsanalysen durch Mitarbeiter- und Kundenbefragungen (Hauptsitz: Chicago) weltweit 1,5 Millionen Mitarbeiter bezüglich ihrer Arbeitszufriedenheit. Dabei zeigten sich große Unterschiede zwischen den Industrienationen. So sind die Mitarbeiter in Deutschland zum Beispiel mit ihrer eigenen Arbeit (84 Prozent) zufriedener als ihre ausländischen Kollegen. Unter anderem, weil 89 Prozent glauben, dass ihre Arbeit "nützlich" ist. Anders ist es bezogen auf die Arbeitsplatzsicherheit. Hier gilt: Die Arbeitnehmer in den meisten Industrienationen erleben ihren Arbeitsplatz als sicherer als ihre deutschen Kollegen (60 Prozent).

Ingesamt zeigt die Studie: Die deutschen Unternehmen sind stets stark, wenn die Führung nur eine indirekte Rolle spielt. Sie erzielen zum Beispiel bei allen Fragen zur Arbeitsorganisation Spitzenwerte. Relativ unzufrieden sind die deutschen Mitarbeiter aber mit ihren direkten Vorgesetzten und der Unternehmensführung. Insbesondere deren Kommunikations- und Führungsverhalten erhält schlechte Noten.

Entsprechend gering ist das Vertrauen der Mitarbeiter ins Management. Nur 68 Prozent vertrauen ihren unmittelbaren Vorgesetzten und gar nur 56 Prozent der Unternehmensführung. Eine Ursache hierfür: Die deutschen Mitarbeiter fühlen sich in die Entscheidungen ihrer Vorgesetzten weniger einbezogen als ihre ausländischen Mitbewerber. So glauben zum Beispiel nur 57 Prozent, sie könnten Probleme ungestraft offen ansprechen.

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