Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zensus 2011 - Projekt zur methodischen Grundlagenforschung

20.04.2007
Mit Kabinettsbeschluss vom 29. August 2006 soll in Deutschland 2011 nach 1981 (DDR) bzw. 1987 (BRD) wieder ein Zensus im Rahmen einer EU-weiten Volkszählungsrunde durchgeführt werden.

Entgegen einer traditionellen Volkszählung mit einer Befragung aller Haushalte durch Interviewer wird 2011 ein registergestützter Zensus durchgeführt. Diese Erhebungsmethode ist durch deutlich geringere Kosten und eine erhebliche Belastungsreduktion der Auskunftsgebenden gekennzeichnet. Dabei werden Informationen aus verschiedenen bereits vorhandenen Registern, insbesondere dem Melderegister, zur Ermittlung der amtlichen Einwohnerzahl herangezogen. Zur Ermittlung möglicher vorhandener Registerfehler, Karteileichen und Fehlbestände, sowie weiterer interessierender personenbezogener Zensusmerkmale soll daher eine ergänzende Stichprobe gezogen werden.

Die Universität Trier (Prof. Dr. Ralf Münnich, Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialstatistik) und das Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (GESIS-ZUMA) in Mannheim (PD Dr. Siegfried Gabler), haben unter Leitung von Prof. Münnich vom Bundesministerium des Innern und dem Statistischen Bundesamt in Vorbereitung auf den registergestützten Zensus 2011 den Auftrag zur Erforschung einer effizienten Methodik dieser ergänzenden Stichprobenerhebung erhalten. Ziel ist es, einen geeigneten Stichprobenplan zu entwickeln, der möglichst geringe Kosten und einen moderaten Befragungsaufwand der Bürger mit qualitativ hohen Angaben aus dem Zensus verbindet. Hierfür sollen neue Erhebungsmethoden erforscht und auf ihren praktischen Einsatz hin getestet werden. Das Projekt startet sofort und soll im September 2010 rechtzeitig vor der Durchführung des neuen Zensus abgeschlossen werden.

Primäres Ziel eines Zensus ist die Feststellung der amtlichen Einwohnerzahl in Bund, Ländern und Gemeinden. Die Notwendigkeit der Neuerfassung dieser Zahl im Rahmen eines Zensus wurde durch den 2001 durchgeführten Zensustest untermauert, der u.a. gezeigt hat, dass die fortgeschriebene Einwohnerzahl die tatsächliche Einwohnerzahl um ca. 1,3 Millionen Personen überzeichnen dürfte.

Sie dient unter anderem als Bemessungsgrundlage für den Finanzausgleich zwischen den Ländern als auch deren Gemeinden. Ebenso ist sie von Relevanz für die Einteilung der Bundestagswahlkreise und für die Berechnung der Zahl der Stimmen der Länder im Bundesrat. Auf EU-Ebene hängen zum Beispiel die Zahl der jedem Mitgliedsland zustehenden Kommissare und die Höhe der zu leistenden Beiträge von der Einwohnerzahl ab. Bei Abstimmungen im Europäischen Rat wird die Bevölkerungszahl benötigt, um präzise feststellen zu können, wann eine qualifizierte Mehrheit erreicht ist. Auch bei der Verteilung der EU-Fördermittel spielt sie eine entscheidende Rolle.

Auch auf Gemeindeebene ist eine präzise Einwohnerzahl von Bedeutung, um zukunftsweisende Fragen wie beispielsweise nach der benötigten Anzahl der Schulen und Kindergärten zu erörtern. Statistisch sind Zensusdaten insbesondere als Basis für Bevölkerungs- und Wohnungsfortschreibungen relevant sowie als Auswahlgrundlage und Hochrechnungsrahmen für amtliche und nichtamtliche Stichprobenerhebungen. Nicht zuletzt wird der Zensus aus volkswirtschaftlicher Sicht eine verlässliche Basis für Untersuchungen zur künftigen Altersstruktur und anderen Aspekten des demographischen Wandels in Deutschland liefern.

Heidi Neyses | idw
Weitere Informationen:
http://www.zensus2011.de
http://www.statistik.uni-trier.de

Weitere Berichte zu: Einwohnerzahl Stichprobenerhebung Zensus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften