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Vorrang für Eltern bei den Arbeitsplätzen

11.04.2007
Prof. Herwig Birg über die zwingende Logik der Demographie

Das wirksamste und sozial gerechteste Mittel einer demographischen Politik zur Erhöhung der Geburtenrate in Deutschland ist ein gesetzlich fixierter Vorrang für Eltern bei der Besetzung von Arbeitsplätzen bei gleicher Qualifikation der Bewerber. Mit dieser Forderung geht der renommierte Bevölkerungswissenschaftler Prof. Dr. Herwig Birg von der Universität Bielefeld einen konsequenten Schritt weiter als so mancher Reformpolitiker. Zur Bekämpfung der entscheidenden Ursache der demographischen Alterung und Schrumpfung hält er eine nachhaltige Politik zur Erhöhung der niedrigen Geburtenrate für zwingend erforderlich.

In seinem Beitrag "Was auf Deutschland zukommt - Die zwingende Logik der Demographie" sieht Herwig Birg das Hauptproblem nicht darin, dass die Bevölkerungszahl bis 2050 um 14 Mio. abnimmt, sondern dass sich drei scherenartige Auseinanderentwicklungen ergeben:

* Die Zahl der über 60jährigen steigt um 10 Mio. bei gleichzeitig starker
Abnahme in den jüngeren und mittleren Altersgruppen;
* Die Diskrepanzen in der regionalen Bevölkerungsverteilung nehmen extrem zu;
* Der Anteil der meist geringer qualifizierten Migranten überschreitet bei den
Jüngeren vielerorts die 50 %-Schwelle.
Daraus ergibt sich eine Zuspitzung der sozialen Gegensätze mit neuen Belastungen für die Beitrags- und Steuerzahler, die sich durch Reformen der Renten-, Pflege- und Krankenversicherung nicht im mindesten verringern, sondern nur anders verteilen lassen. Als einzige Quelle des Wirtschaftswachstums verbleibt in Deutschland allein die Produktivitätssteigerung durch technischen Fortschritt. Da aber die für die Erwerbspersonanzahl wichtige Altersgruppe der 20 bis 60jährigen bis 2050 um 16 Mio. abnimmt, nützt es nichts, wenn die technisch produzierbaren Güter mangels Nachfrage real gar nicht hergestellt werden, so dass das potenziell mögliche Einkommen nicht entstehen kann.
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Die zwingende Logik der demographischern Entwicklung erfordert die Bekämpfung ihrer Ursachen. Der anhaltende Elternrückgang zieht wie bei einer Reihe fallender Domino-Steine einen neuen Geburtenrückgang nach sich. Hier setzt die zentrale Forderung des Wissenschaftlers ein: Vorrang für Eltern bei den Arbeitsplätzen.

Weitere Informationen unter http://www.bdvb.de und in bdvb-aktuell 96

Kontakt:
Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V. (bdvb)
Dr. Arno Bothe. Tel.: 0211-372332, Email: info@bdv

Dr. Arno Bothe | idw
Weitere Informationen:
http://www.bdvb.de

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