Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frauen und Macht - Anspruch oder Widerspruch

26.02.2002


Wie ausgeprägt ist bei Frauen der Wille zur Macht? Was sind – aus weiblicher Sicht – die wichtigsten Attribute einer Führungskraft? Welche Strategien scheinen geeignet, um den Anteil von weiblichen Spitzenkräften in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu erhöhen? Dies sind die Kernthemen der aktuellen Studie „Frauen und Macht – Anspruch oder Widerspruch?“ von Accenture, die heute im Rahmen der ersten internationalen Konferenz „World Women Work“ in Berlin vorstellt wird. Accenture befragte Frauen der ersten und zweiten Führungsebene aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach maßgeblichen Karriereschrittmachern – und räumt aufgrund der Ergebnisse mit der gängigen Meinung auf, dass erfolgreiche Frauen vor allem auf die sogenannten „Soft Skills“ setzen: Die als typisch weiblich geltenden Stärken wie Teamfähigkeit und Einfühlungsvermögen landeten vielmehr auf den unteren Plätzen der Wertigkeitsskala.
Macht macht Frauen nicht an

... mehr zu:
»Führungskraft


Wenn eine Frau eine Spitzenposition inne habe, verdanke sie dies neben ihren unternehmerischen und analytischen Fähigkeiten vor allem ihrer Entschluss- und Durchsetzungskraft, so der Großteil der Befragten. Der Machtaspekt zähle jedoch unter Frauen – mit Ausnahme der Politikerinnen – nicht viel. Susanne Klöß, Partnerin von Accenture, erläutert: „Obwohl die Teilnehmerinnen durchweg auf ,männliche Eigenschaften’ setzen, um den männerdominierten Führungsrollen zu trotzen, bleiben ihre Ziele ,weiblich’.“ So gaben 77 Prozent der Befragten an, vor allem durch „intellektuelle Herausforderung“ motiviert zu werden, damit einher geht der Wunsch, „etwas Sinnvolles zu tun“ (61 Prozent).

Wichtigste Herausforderung: Privatleben und Karriere vereinbaren

Weitere Ergebnisse der Studie: Führungsfrauen stellen eine relativ homogene Alters- und Bildungsschicht dar. 77 Prozent sind zwischen 31 und 50 Jahren alt, 78 Prozent verfügen über einen Universitätsabschluss. Und: 44 Prozent der Frauen in Führungsrollen haben Familie und Kinder. „Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass 74 Prozent der Frauen Ganztagsbetreuung für Kinder favorisieren, wenn es um ideale Karrierevoraussetzungen geht“, so Dr. Svenja Falk und Sonja Fink, die Autorinnen der Accenture-Studie. 71 Prozent votierten zudem für flexible Arbeitsverhältnisse, jeweils 65 Prozent sahen Mentoringprogramme und Frauennetzwerke als nötige Schrittmacher an. Zu den Umfrageteilnehmerinnen zählten Vorstandsvorsitzende, Professorinnen, Bundestagsabgeordnete, Geschäftsführerinnen, Nationalrätinnen oder selbständige Unternehmerinnen. Wie die Studie belegt, ist der Anteil von weiblichen Führungskräften im deutschen Sprachraum – abgesehen von geringfügigen länderspezifischen Differenzen – immer noch sehr gering, insbesondere in der freien Wirtschaft und an den Hochschulen. Von 1992 bis 2000 ist dieser Anteil an weiblichen Führungskräften laut gesamteuropäischer Sozialstatistik sogar leicht gesunken.

Zukunftweisende Strategie: „Diversity of Management“

Frauenförderung muss kreativer sein und mehr beinhalten als die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben, lautet ein Fazit der Studie. Der moderne Management-Ansatz „Diversity of Management“ zum Beispiel reflektiert die Unterschiedlichkeit von Beschäftigten und reagiert damit auf die zunehmende Internationalisierung und Diversifizierung von Arbeits- und Absatzmärkten. „Dadurch wird vor allem eine höhere Motivation und Mitarbeiterzufriedenheit erreicht – für die Unternehmen ein Kapital, das zukünftig immer stärker an Bedeutung gewinnen wird“, so Accenture-Partnerin Susanne Klöß.

Internationale Frauenkonferenz „World.Women.Work“ in Berlin

Accenture ist Hauptsponsor der am morgigen Dienstag zu Ende gehenden ersten internationalen Konferenz „World Women Work“ mit einer Reihe von prominenten Teilnehmern: darunter Bundesfamilienministerin Dr. Christine Bergmann, Ministerpräsidentin Heide Simonis, der ehemalige BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, die Unternehmensberaterin Prof. Gertrud Höhler, Inge Sandstedt, die Präsidentin des Verbands deutscher Unternehmerinnen e.V. (VdU), sowie zahlreiche weitere Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien. Am 26. Februar gestaltet Accenture in diesem Rahmen zwei Workshops mit den Themen „Mentoring und Networking“ sowie „Erfolgreicher Aufstieg: Zielsetzungen, Herausforderungen, Strategien“.


| Accenture
Weitere Informationen:
http://www.accenture.de/co_index2.html?co_de_6_0_presseraum/index_content.cfm

Weitere Berichte zu: Führungskraft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften