Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue kommunale Konzepte für soziale Brennpunkte im Test

01.12.2006
Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt - das sind die Kennzeichen von sozialen Brennpunkten. Junge Menschen, die in diesen Vierteln unter schwierigsten Bedingungen aufwachsen, müssen eine faire Chance für den Start in ein besseres Leben bekommen.

Alle Akteure vor Ort - wie Schulen, Jugendhilfe, Sozialämter und Polizei sind deshalb gefordert, noch besser zu kooperieren, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Einige Kommunen sind darin erfolgreicher als andere. Warum - das hat ein Projektteam des DJI untersucht.

In sozial benachteiligten und gefährdeten Quartieren häufen sich Armut und soziale Ausgrenzung. Ethnische Konflikte, vor allem in den Schulen, hohe Arbeitslosenraten, Spuren von Verwahrlosung, Alkoholismus, Müll und Vandalismus, Delinquenz und Kriminalität sind sichtbarer Ausdruck der vielfältigen Gefährdung, der Kinder und Jugendliche in diesen Vierteln ausgesetzt sind.

Will man eine Verbesserung der Chancengerechtigkeit erreichen, müssen sich vor Ort und im engeren Sozialraum alle Beteiligten zusammentun und miteinander den Kontakt zu den Jugendlichen aufbauen, die sich sonst aus der Gesellschaft verabschieden. Denn soziale Probleme sind nicht auf einzelne Zuständigkeiten zu verteilen, im Gegenteil: erst die ganzheitliche Sicht von Problemen führt zu einem integrativen Konzept für eine nachhaltige Verbesserung der Situation in sozialen Brennpunkten. Wie aber sieht diese Integration und Kooperation im Einzelnen aus? Wer bringt die Vertreter von Stadtplanung, Schulamt, Jugendhilfe, Polizei, Sozialamt und Wirtschaft an einen Tisch? Und wer hat dann das Sagen? Wie lässt sich verhindern, dass sich statt der angestrebten Synergien ein Endlos-Dialog mit ideologischen Streitigkeiten entwickelt?

Auch das Bundesprogramm "Entwicklung und Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten" (E&C) kann nur dann wirklich erfolgreich sein, wenn diese neue Form der Zusammenarbeit gelingt. Die wissenschaftliche Begleitung durch das DJI hat gezeigt, dass dies vor allem in den Kommunen der Fall ist, die sich statt eines hierarchischen Top-Down-Denkens einer neuen Form der Steuerung bedienen, des so genannten Governance-Konzepts. Eine Erläuterung dieser Idee sowie die detaillierten Ergebnisse der DJI-Untersuchung finden Sie in der Rubrik "Auf einen Blick" zusammengestellt.

Projektmitarbeiterin Dr. Susann Buchardt erläutert im "Interview" die besondere Rolle der Schulen in diesen Brennpunktvierteln. Sie gibt zu bedenken, dass sich Jugendhilfe und Schule historisch auseinander entwickelt haben und dass sich die auf beiden Seiten entstandenen Vorbehalte nicht einfach durch "ein bisschen guten Willen" ausräumen lassen. Trotz einer anfänglichen Bereitschaft zur Kooperation kochen vielfach am Ende doch wieder alle "ihr eigenes Süppchen". Deswegen ist das Aufbrechen von ressortorientierten Denkstrukturen seitens der Kommune entscheidend - zum Beispiel durch die gemeinsame Formulierung eines kommunalen Leitbildes und die Einrichtung kontinuierlich tagender Runder Tische unter der Leitung von QuartiersmanagerInnen.

Wie ressortübergreifendes Denken in konkrete Maßnahmen übersetzt wird, beschreibt der Leiter des Augsburger Sozialreferates Dr. Konrad Hummel in seinem "Blick von außen". Jugendpolitik, Schulentwicklung, Sozialpläne und Stadtplanung müssen seines Erachtens viel stärker verzahnt werden, um als Großstadt für zukünftige Herausforderungen gewappnet zu sein und um die soziale, berufliche und gesellschaftliche Integration junger Menschen in benachteiligten Sozialräumen nachhaltig zu fördern.

Andrea Macion | idw
Weitere Informationen:
http://www.dji.de/thema/0612

Weitere Berichte zu: Brennpunkte DJI Jugendhilfe Stadtplanung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Deutschland wächst – aber nicht überall
24.04.2018 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Im Focus: Revolution der Rohre

Forscher*innen des Instituts für Sensor- und Aktortechnik (ISAT) der Hochschule Coburg lassen Rohrleitungen, Schläuchen oder Behältern in Zukunft regelrecht Ohren wachsen. Sie entwickelten ein innovatives akustisches Messverfahren, um Ablagerungen in Rohren frühzeitig zu erkennen.

Rückstände in Abflussleitungen führen meist zu unerfreulichen Folgen. Ein besonderes Gefährdungspotential birgt der Biofilm – eine Schleimschicht, in der...

Im Focus: Überdosis Calcium

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert....

Im Focus: Overdosing on Calcium

Nano crystals impact stem cell fate during bone formation

Scientists from the University of Freiburg and the University of Basel identified a master regulator for bone regeneration. Prasad Shastri, Professor of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

Hengstberger-Symposium zur Sternentstehung

19.06.2018 | Veranstaltungen

LymphomKompetenz KOMPAKT: Neues vom EHA2018

19.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Breitbandservices von DNS:NET erweitert

20.06.2018 | Unternehmensmeldung

Mit Parasiten infizierte Stichlinge beeinflussen Verhalten gesunder Artgenossen

20.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics