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Computerspiel für die Therapie mit Kindern

19.09.2006
An der Universität Zürich ist in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich ein Computerspiel für die Psychotherapie von Kindern entwickelt worden. "Magic Castle" kann als coole Hausaufgabe die Arbeit der Therapeutinnen und Therapeuten unterstützen. Die Neuentwicklung dieses Serious Game wird Ende September in Paris erstmals vorgestellt.

"Magic Castle" ist ein psychotherapeutisches Computerspiel, das für die kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung von 8 bis 12jährigen Kindern eingesetzt werden kann. Lernt das Kind in der Therapie beispielsweise Gefühle wie Wut, Trauer oder Angst zu unterscheiden, so kann es diese Themen anschliessend als elektronische Hausaufgabe wiederholen oder besser einüben. "Sinn des Spieles ist es, den Therapeuten bei der Behandlung von Depression, Ängsten oder aggressivem Verhalten zu unterstützen", erklärt Veronika Brezinka, Psychologin und Psychotherapeutin am Zentrum für Kinder und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich. "Den Therapeuten ersetzen kann es auf keinen Fall."

Unter der Leitung von Veronika Brezinka (Universität Zürich) und Ulrich Götz (HGKZ) wurde das Computerspiel mit Studentinnen und Studenten der Universität Zürich und der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich HGKZ entwickelt. Die Psychologiestudierenden erarbeiteten gemeinsam mit Studierenden des Studiengangs Interaction Design / Game Design (IAD) das Konzept und den Prototyp psychotherapeutisch orientierter Computerspiele. "Magic Castle" liegt jetzt in englischer und deutscher Sprache vor und kann in weitere Sprachen übersetzt werden. Das könnte zum Beispiel in der Arbeit mit fremdsprachigen Kindern hilfreich sein.

Am 23. September wird das Computerspiel am internationalen Jahreskongress der "European Association of Behavioural and Cognitive Therapies" erstmals der Fachwelt präsentiert. Danach soll es als unterstützendes Medium in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt und auf seine Wirksamkeit überprüft werden.

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Ernste Spiele

Noch steckt die Entwicklung von psychotherapeutischen Computerspielen in den Kinderschuhen, wie auch das Fach Game Design erst seit wenigen Jahren eine akademische Disziplin ist. Innerhalb des Game Design unterscheidet man den Bereich der Serious Games, unter die auch das neu entwickelte "Magic Castle" fällt. Serious Games sind "entertaining games with non-entertainment goals". In den USA werden bereits einige Serious Games im Gesundheitsbereich eingesetzt, wie Spiele für Kinder mit Diabetes, Asthma oder Krebs, die den Umgang der Kinder mit ihrer Krankheit nachweislich verbessern. "Magic Castle" ist jedoch das erste Computerspiel, das gezielt für den Einsatz in einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung entwickelt wurde.

Kontakt:
Dr. Dr. Veronika Brezinka, Psychopathologie des Kindes- und Jugendalters, Universität Zürich
Tel. 0041 43 5564012
E-Mail: vbrez@ppkj.unizh.ch

Beat Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.unizh.ch

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