Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Taugt Indien als Vorbild für Interkulturalität?

10.05.2006


Angesichts ausländerfeindlicher Gewalttaten und türkischer Ehrenmorde stimmen deutsche Politiker bereits einen Abgesang auf die "Multi-Kulti-Gesellschaft" hierzulande an. Indien kann dagegen auf eine beeindruckende Tradition des Zusammenlebens verschiedener Kulturen verweisen. Taugt Indien mit all seiner Vielfalt, mit seinen Entwicklungsfortschritten, aber auch mit seinen schwer verständlichen Widersprüchen als Modell für ein multikulturelles Zusammenleben? Dies ist am 16. und 17. Mai Thema eines Symposiums an der Universität Bonn. Anlass der öffentlichen Veranstaltung im Festsaal des Uni-Hauptgebäudes ist die Biennale Bonn, die in diesem Jahr unter dem Motto Indien steht.



Indien ist in sprachlicher, kultureller und religiöser Hinsicht ein ungeheuer vielfältiges Land, in dem unter anderem Hindus, Moslems, Christen, Sikhs und Buddhisten leben. In der Vergangenheit hat das auch recht gut geklappt - ein Modell, von dem europäische Gesellschaften lernen können? "Ganz problemlos verlief das Zusammenleben auch in Indien nie", relativiert der Bonner Indologe Dr. Heinz Werner Wessler. "In den letzten Jahrzehnten nehmen diese Spannungen zu, auch weil sich die Bevölkerungsgruppen mehr und mehr über ihre Religionszugehörigkeit definieren. Traditionell gab es dieses Lagerdenken nicht, diese Idee ’ein Volk, eine Sprache, eine Religion’."



Das öffentliche Symposium in englischer Sprache zeichnet am 16. und 17. Mai die aktuelle Entwicklung des riesigen Landes nach, das sich in den letzten Jahren neben China zunehmend zur zweiten aufstrebenden Großmacht in Asien entwickelt. Referenten der Bonner Partneruniversität in Mumbai sorgen dabei für Informationen aus erster Hand. Organisiert wird die Veranstaltung vom Institut für Orient- und Asienwissenschaften, dem Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie sowie dem neutestamentlichen Seminar (Katholische Theologie).

Thema der Veranstaltung ist auch das indische Kastenwesen, das sich in den letzten Jahrzehnten im Umbruch befindet. Das Ziel des Staatswesens, die Privilegien der Oberschicht in der Kastenhierarchie zu brechen, hat dazu geführt, dass sich nun die ehemalige Brahmanenelite diskriminiert sieht.

Im Symposium geht es aber auch um eine Klärung der Begriffe: Sollte man eher von "Multikulturalität", "Interkulturalität" oder "Multikommunitarismus" sprechen? Mit dieser Frage befassen sich insbesondere Prof. Werner Gephart und Prof. A.R. Momin (Universität Mumbai). Prof. Indira Munshi und Prof. Jörg Blasius vergleichen dagegen die Integration von Minderheiten in Deutschland und Indien. Prof. Konrad Klaus und Prof. Hans Findeis beschäftigen sich im letzen Tagungsteil mit den historischen Perspektiven des Mosaiks der Kulturen und Religionen in Indien.

Das Tagungsprogramm gibt es unter
http://www.ioa.uni-bonn.de/materialien/SS2006/symposium.pdf

Kontakt:
Dr. Heinz Werner Wessler
Institut für Orient- und Asienwissenschaften der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-7424
E-Mail: heinzwerner.wessler@uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.ioa.uni-bonn.de/materialien/SS2006/symposium.pdf
http://www.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: Asienwissenschaften Zusammenleben

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie