Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welche Telefonnummer hat eigentlich Europa?

09.05.2006


Was geht mich eigentlich die EU an? Welche Auswirkungen hat denn das, was "die da" in Brüssel tun, auf mich hier in Berlin? Und kann ich ’was ändern, wenn ich etwas nicht richtig finde? Kurzvortrag mit Publikumsdiskussion und Infostand mit Materialien für Groß und Klein klären auf.



Was hat eine Berlinerin oder ein Berliner eigentlich mit der EU zu tun? Wenn man die Berliner fragen würde, würden sie wahrscheinlich sagen: Nüscht. Jedenfalls lässt sich diese Haltung ablesen, wenn man die Wahlbeteiligung etwa bei der letzten Bundestagswahl mit der bei den Wahlen zum Europäischen Parlament vergleicht: Während bei der Bundestagswahl 2005 77,65 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht haben, waren es bei der Wahl zum Europäischen Parlament im Jahr 2004 nur rund 43 Prozent.

... mehr zu:
»Bürger »EU-Recht »Telefonnummer


Diesem geringen Interesse europäischer Politik steht die real sehr viel höhere Bedeutung der EU für die Bürgerinnen und Bürger gegenüber. Der Anteil der deutschen Gesetzgebung, die von Entscheidungen aus Brüssel - in der Regel durch die EU-Richtlinie - vorbestimmt wird, wird auf mehr als die Hälfte und sogar bis zu 80 Prozent des geltenden deutschen Rechts geschätzt. Im Umweltrecht etwa geht man davon aus, dass 80 bis 90 Prozent des Rechts auf EU-Gesetzgebung zurückzuführen sind.

Dieses EU-Recht greift auch unmittelbar in den Alltag der Bürgerinnen und Bürger ein und wird in vielen Lebensbereichen spürbar:

- Beim Atmen: Die Grenzwerte für Luftschadstoffe gehen auf Europäisches Recht zurück.

- Beim Einkaufen: EU-Recht definiert zulässige Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, zulässige Etikettierung und Bezeichnung und regelt z. B. solche Fragen wie die, ob genmanipuliertes Gemüse verkauft werden darf.

- Beim Baden: EU-Recht regelt die einzuhaltende Wasserqualität der Berliner Badeseen.

Auch die finanzielle Förderung konkreter Projekte durch "EU-Strukturfonds" spielt gerade in Berlin eine wichtige Rolle. Bei der Langen Nacht stellt das Difu einige Beispiele dazu vor - vom Englischunterricht in der Kita bis zur Finanzierung der Neugestaltung der Umgebung des Bahnhofs Lichtenberg.

Aber wer bestimmt was in der EU und wie kommt dieses EU-Recht dann zustande?
In der Entwicklungsphase von Gesetzgebungsvorschlägen innerhalb der EU-Kommission gibt es Mitwirkungsmöglichkeiten, auch für einzelne Bürger:

Einige der vielfältigen, direkten Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger in der EU stellt das Difu bei der Langen Nacht der Wissenschaften den Berlinern vor:

- Welche Telefonnummer hat Europa? Wir informieren über das Beschwerderecht beim EU-Bürgerbeauftragten.

- Wie kann man sich einmischen in Europa? Wir stellen die Möglichkeit der Teilnahme an Konsultationen und Diskussionen über EU-Initiativen und -gesetzentwürfe vor.

- Welche Rechte haben EU-Bürgerinnen und Bürger? Wir zeigen, wo man mehr darüber erfährt.

Schließlich wird es darum gehen, dass nicht nur die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar, sondern auch die Stadt Berlin mit europäischen Herausforderungen, Restriktionen und Chancen umgehen müssen. Diesem Bereich widmet sich die europäische Stadtforschung des Difu. Beispiele für solche Forschungsthemen sind:

- die zukünftige Ausgestaltung des Öffentlichen Verkehrs in Berlin. Die EU-Kommission fordert mehr Wettbewerb zwischen den Anbietern von Verkehrsdienstleistungen:

.Welche Folgen hat das z. B. für die landeseigene BVG?
.Muss diese neuen Anforderungen angepasst werden?
.Welche Optionen gibt es für das Land Berlin - von der stärkeren Zusammenarbeit mit Brandenburg bis zur (Teil-)privatisierung der BVG?

- gute Erfahrungen in europäischen Städten bei der Bewältigung der Probleme in sozial benachteiligten Stadtteilen:

.Was unternehmen Städte wie Wien und Kopenhagen in diesem Bereich?
.Was können deutsche Städte davon lernen?

Weitere Informationen:
Ass. jur. Manuela Rottmann
Telefon: 030/39001-299
E-Mail: rottmann@difu.de
Veranstaltungsort
Ernst-Reuter-Haus
Strasse des 17. Juni 112
10623 Berlin
"Lange Nacht"-Bus-Shuttle:
Route Charlottenburg/Wedding
Halt: Ernst-Reuter-Haus, Straße des 17. Juni 112

Programmflyer (alle Veranstaltungen im Ernst-Reuter-Haus):
http://www.difu.de/presse/programm-lange-nacht-2006.pdf

Kurzinfo: Deutsches Institut für Urbanistik

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), Berlin, ist als größtes Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften. Ob Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftspolitik, Städtebau, Soziale Themen, Umwelt, Verkehr, Kultur, Recht, Verwaltungsthemen oder Kommunalfinanzen: Das 1973 gegründete unabhängige Institut bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene mit allen Aufgaben- und Problemstellungen, die die Kommunen heute und in Zukunft zu bewältigen haben. Rechtsträger ist der Verein für Kommunalwissenschaften e.V., der zur Sicherung und Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung durch Förderung der Kommunalwissenschaften gegründet wurde.

Pressekontakte:
Sybille Wenke-Thiem, Ltg. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Urbanistik (Difu), Ernst-Reuter-Haus, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin, S-Bahn: Tiergarten
E-Mail: wenke-thiem@difu.de, Internet: www.difu.de, Telefon: 030/39001-209/-208, Telefax: 030/39001-130

Sybille Wenke-Thiem | idw
Weitere Informationen:
http://www.difu.de/presse/programm-lange-nacht-2006.pdf
http://www.difu.de

Weitere Berichte zu: Bürger EU-Recht Telefonnummer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie