Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kann sich die Gesellschaft noch auf ihre Organisationen verlassen?

04.11.2005


Kongress X-Organisationen sucht Auswegen, wie Organisationen mit Unsicherheit und neuen Rollen umgehen



Die moderne Gesellschaft hat sich bisher auf ihre Organisationen verlassen. Behörden und Unternehmen, Schulen und Theater, Kirchen und Armeen stellen die öffentliche Ordnung her, koordinieren die gesellschaftlich erforderliche Arbeit, generieren Steuern und versorgen uns mit den Gütern und Dienstleistungen dieser Welt. Aber die Organisationen können sich nicht mehr auf die Gesellschaft verlassen. Der technologische Wandel, die Krise der Hierarchie und neue soziale Milieus haben ihnen den Boden unter den Füßen weggezogen. Beinahe unmerklich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ein Wandel vollzogen, an dessen Ende die Ziele der Organisationen nicht mehr feststehen, sondern tagtäglich neu gesucht und definiert werden müssen. Ungewissheit tritt an die Stelle der Aufträge von einst. Die Zukunft ist unbekannt, die Organisationen sind verunsichert und die Gesellschaft ist beunruhigt.



Die vom Management Zentrum Witten in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift OrganisationsEntwicklung ausgerichtete, internationale Konferenz "X-Organisationen" geht drei Konsequenzen dieser Entwicklung nach:

1) Ausgehend vom Boom der Organisationsberatung in den vergangenen Jahrzehnten untersucht sie, welche Rolle die Beratung in Organisationen spielt. Offensichtlich versorgen Berater die Organisationen nicht nur mit Informationen, sondern auch mit Irritationen über ihre gesellschaftliche Umwelt, um daran anschließend Konzepte bereitzustellen.

2) Welche Managementkompetenzen brauchen Organisationen, um sowohl mit der gesellschaftlichen Ungewissheit als auch mit den Orientierungsangeboten der Berater fertig zu werden? Offensichtlich stellen Manager nicht mehr nur sicher, dass Organisationen reibungslos funktionieren, sondern müssen sie mit Konflikten und deren Regulierung versorgen, damit sie in der Lage sind, auf ihre Umwelt kreativ und innovativ zu reagieren.

3) Welche Veränderungen ergeben sich in der Gesellschaft aus diesen neuen Kompetenzen der Organisationen? Offensichtlich reagiert die Gesellschaft, indem sie sich nicht mehr national und korporativ ordnet, sondern global und netzwerkförmig. Sie sucht nach neuen Formen einer robusten Flexibilität, in denen Computer die Rolle der Taktgeber, Organisationen die Rolle unwilliger Netzwerke und Individuen die Rolle der freien Radikalen spielen.

Die Konferenz diskutiert die Reichweite des systemischen Denkens als einer Form des Umgangs mit einer neuartigen Komplexität. Systemisches Denken besteht darin, die Einsicht in Komplexität genau dort ernst zu nehmen, wo diese ihre Pointe hat: in der Unbeherrschbarkeit und Unvorhersehbarkeit der Verhältnisse. Selbstorganisation tritt an die Stelle von Planung, Kommunikation an die Stelle von Kausalität, Beobachtung an die Stelle von Wissen. Aber wie organisiert man sich, was heißt Kommunikation und wie macht man Beobachtungen, gar Beobachtungen zweiter Ordnung, in einer Organisation? Es ist die These dieser Konferenz, dass Management und Beratung vielfach bereits über die Kompetenzen verfügen, die jetzt erforderlich sind. Aber sie wissen es nicht, weil es keine Beschreibungen gibt, die diese Kompetenzen auf den Punkt bringen. Genau das will die Konferenz ändern.

In Vorträgen von Dirk Baecker (Witten/Herdecke), Nils Brunsson (Stockholm), Thomas G. Cummings (Los Angeles), Alfred Kieser (Mannheim), Fritz B. Simon (Berlin) und Rudi Wimmer (Wien) wird das gegenwärtige Verständnis von Organisation, Management und Beratung vorgestellt. In Workshops erfahrener Organisationsberater und Manager werden von der Strategieberatung bis zur Aufstellungspraxis, von der Reform der öffentlichen Hand bis zum Coachingboom, von Fusionsproblemen bis zu Corporate Universities Themen der Organisationsberatung und Organisationsentwicklung aus systemischer Sicht vorgestellt.

Kongress X-Organisationen: 17. bis 19. November 2005, Ort: Gendarmenmarkt Berlin (dbb-Forum, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Französischer Dom); Veranstalter: Management Zentrum Witten GmbH, Brunnenstr. 196, 10119 Berlin, Kontakt: Katrin Glatzel und Andreas Szankay, Tel.: +49 30 2462840, Fax: +49 30 24628410, E-Mail: presse@x-organisationen.de

Dr. Olaf Kaltenborn | idw
Weitere Informationen:
http://www.x-organisationen.de
http://www.depressionsbarometer.de

Weitere Berichte zu: Beobachtung Komplexität Organisationsberatung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

Autonomes Fahren wirft viele Fragen auf

20.09.2017 | Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Molekulare Kraftmesser

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen

20.09.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz