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Thema des Monats: Chancen für Schulmüde

04.10.2005


Der allmähliche "Abschied" von der Schule beginnt bei manchen Kindern bereits am Ende der Grundschulzeit. Vorbeugung, vor allem in den Hauptschulen, ist dringend geboten. Ein DJI-Netzwerk versammelt erfolgreiche Strategien zur Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung sowie geeignete Maßnahmen für abschlussgefährdete und schulferne Jugendliche.



Null Bock auf Schule! Die Lernfreude von Kindern sinkt bereits nach dem ersten Schuljahr kontinuierlich ab. Bedauerlich, aber für viele Kinder eine normale Entwicklung. Bedrohlich wird es dann, wenn durch eine massive Schulmüdigkeit die Leistungen absinken und Abschlüsse gefährdet sind. Zehn Prozent der Jugendlichen eines Altersjahrgangs verlassen derzeit die Schule ohne Abschluss und haben damit kaum eine Chance, eine Berufsausbildung zu beginnen.



Seit November 2002 organisiert und moderiert das DJI deswegen ein Netzwerk von Schulen und Projekten der Jugendsozialarbeit aus dem gesamten Bundesgebiet, die an Problemlösungen zur Verhinderung von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung arbeiten. Im September 2005 hat das Netzwerk in Leipzig die Ergebnisse seiner Arbeit präsentiert.

"Wehret den Anfängen! Zu allererst muss die Verwahrlosung bekämpft werden - bis hin zu Aktionen gegen Schulschwänzer." So formulierte es kürzlich ein Landesinnenminister mit Blick auf den Erhalt der inneren Sicherheit. Andrea Michel vom DJI erklärt im Interview, warum isolierte polizeiliche Maßnahmen keinen nachhaltigen Erfolg bei Schulmüdigkeit oder -verweigerung versprechen. Sie bekämpfen nur die Symptome, nicht aber die Ursachen.

Dauerhaftes Schwänzen entsteht nicht über Nacht, sondern ist das Ergebnis eines schleichenden Prozesses. Ursachen dafür gibt es viele: persönliche Probleme in der Familie, Angst vor dem eigenen Versagen, ein zu starker Leistungsdruck oder Isolation und Mobbing durch den Klassenverband können dazu führen, dass sich einzelne SchülerInnen innerlich zurückziehen und später deutlich sichtbar von der Schule abwenden. Dies gilt es rechtzeitig zu erkennen.

LehrerInnen haben hier eine ganz wichtige seismographische Funktion. Ihre Wahrnehmungsfähigkeit auch für kleinere Veränderungen zu sensibilisieren, ist ein wichtiger Baustein im Rahmen der Prävention. Unterstützung finden Lehrkräfte in schwierigen Fällen bei MitarbeiterInnen der Jugendhilfe.

Lernfrust oder -lust sind aber auch eine Reaktion auf die bestehenden Strukturen von Schule. Für viele Jugendliche wäre ein stärkerer Bezug zur Alltagswelt durch praktische handwerkliche Tätigkeiten oder Projektarbeit eine bessere Möglichkeit, Erfolgserlebnisse zu sammeln, als der theorielastige 45-Minuten-Frontalunterricht. Aus diesem Grund setzen viele der Netzwerk-Projekte auf eine enge Verzahnung von schulischem Lernen und berufsvorbereitenden Praktika. Dies gilt sowohl für abschlussgefährdete Jugendliche als auch für diejenigen, die sich bereits ganz von der Schule entfernt haben und an ihrer Ausbildungsreife in außerschulischen Fördermaßnahmen arbeiten.

Dass diese Maßnahmen greifen, zeigt das Beispiel von Michael, das Ingo Helbrecht vom Projekt AUSZEIT im "Blick von außen" beschreibt: das Ergebnis einer gelungenen Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe und Elternhaus.

Dr. Barbara Keddi | idw
Weitere Informationen:
http://www.dji.de/thema/0510

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