Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie depressiv ist Deutschland wirklich?

05.07.2005


Das Management Zentrum Witten der Universität Witten/Herdecke ruft die Deutschen zur Teilnahme am "Depressionsbarometer" auf - Präsenzindikator der Stimmungslage Deutschlands


Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Das galt früher. Heute scheinen die Deutschen sogar noch die Hoffnung verloren zu haben. Nie seit der Nachkriegszeit scheint die Stimmung in unserem Land - berechtigt oder unberechtigt - so schlecht gewesen zu sein wie jetzt.


Wirtschaftswissenschaftler des Management Zentrums Witten wollen jetzt wissen, wie tief Deutschland wirklich im Selbstmitleid versunken ist und haben ein Depressionsbarometer fürs Internet entwickelt (www.depressionsbarometer.de).

Sieben Fragen muss jeder Teilnehmer beantworten, dann stellt das System die Diagnose: gesund, leicht oder gar schwer depressiv. Die Ergebnisse aller Teilnehmer, die natürlich anonym behandelt werden, fließen schließlich in einer Gesamtbewertung zusammen.


"Natürlich ersetzt das System nicht den Psychologen oder Psychiater", erklärt der Organisationsberater Prof. Dr. Fritz B. Simon, der für das Barometer verantwortlich zeichnet. "Aber es gibt anhand der Fragen wichtige Anhaltspunkte für eine bessere Selbsteinschätzung und Einschätzung der Gemütslage der Deutschen." Wer auf der Skala mehr als sieben Punkte erreicht (möglich sind 21), dem wird empfohlen, einen Experten aufzusuchen. Ab 11 Punkten könne man sogar von Symptomen für eine "schwere Depression" sprechen, die auf jeden Fall behandelt werden sollte, so Simon.

Die Studienverantwortlichen regen an, dass das Depressionsbarometer als sich täglich aktualisierender Präsenzindikator der Stimmungslage Deutschlands in Zukunft neben dem Geschäftsklimaindex zu den wichtigsten Indikatoren der wirtschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik zählen sollte.

Deutliche Anzeichen für eine depressive Verstimmung oder gar eine krankhafte Depression sind: vermindertes Interesse oder verminderte Freude an fast allen Aktivitäten, Angstgefühle, deutlicher Gewichtsverlust oder -zunahme, Schlaflosigkeit oder vermehrter Schlaf, Müdigkeit oder Energieverlust, das Gefühl des Wertverlustes oder unangemessene Schuldgefühle, verminderte Fähigkeit zu denken oder sich zu konzentrieren oder Entscheidungsunfähigkeit, wiederkehrende Gedanken an das eigene Ende. Wer fünf von ihnen über zwei Wochen nach seiner eigenen Selbstbeobachtung oder der Beobachtung anderer fast täglich zeigt, sollte sich möglichst bald in psychiatrische Behandlung begeben.

Die Verantwortlichen weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich ihr Untersuchungsdesign anlehnt an ein in der klinischen Forschung anerkanntes Verfahren, das zur Messung depressiver Stimmungslagen seit mehreren Jahren vor allem in Hospitäler mit körperlich schwer Kranken angewandt wird und in seiner wissenschaftlichen Seriosität (d.h. Validität und Reliabilität) bestätigt ist.

Die Ergebnisse werden im Rahmen der "1. Berliner Biennale für Management und Beratung im System: X-Organisationen" (17. - 19.11.2005) präsentiert; Internet: www.x-organisationen.de

Die Management Zentrum Witten GmbH wurde im Jahr 2000 gegründet. Als mit der Universität Witten/Herdecke assoziierte Weiterbildungs- und Consultingfirma hat sie es sich zum Ziel gesetzt, aus der Systemtheorie pragmatische Management- und Beratungsansätze zu generieren. Zu den Pionieren der systemischen Beratung gehören: Prof. Dr. Dirk Baecker, Prof. Dr. Fritz B. Simon und Prof. Dr. Rudolf Wimmer (alle Witten/Herdecke).

Kontakt: Management Zentrum Witten (MZW) GmbH, Katrin Glatzel und Andreas Szankay, Tel.: +49 (0)30 246-2840, Mail: glatzel@mz-witten.de

Dr. Olaf Kaltenborn | idw
Weitere Informationen:
http://www.depressionsbarometer.de
http://www.x-organisationen.de

Weitere Berichte zu: Depression Depressionsbarometer Präsenzindikator

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften