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Lesende Männer: Rollen, Verhältnisse und Repräsentationen in der Presse

18.05.2005


Es existiert eine Fülle an sozialer und ökonomischer Forschung zu Geschlechtsverhältnissen und Medienrepräsentationen. Im Rahmen eines von der EU finanzierten Projekts wurde ein Mangel an Daten zu den maskulinen Rollen, zu Repräsentationen, Lesemustern und Zusammenhängen in Bezug auf Tageszeitungen festgestellt und sich vorgenommen, diese Wissenslücke zu schließen.



Das Projektteam stellte fest, dass viele der regelmäßigen Berichte in Zeitungen - sei es in den Bereichen Sport, Politik oder Wirtschaft - von Männern und von durch Männer dominierten Aktivitäten handeln. Die Berichte neigen jedoch nicht dazu, die Aufmerksamkeit auf diese Tatsache zu lenken, und betrachten die Situation tatsächlich als selbstverständlich, ohne jeglichen Kommentar zu dieser geschlechtlichen Ausrichtung.



Die Gegenwart solcher Annahmen in den Mainstream-Medien brachte methodologische Herausforderungen für das Projekt mit sich. Die Forscher gingen das Problem durch die Analyse der Berichterstattung der Zeitung anhand vier verschiedener Kriterien an: Gesamtauflage, Art der Berichte, Gewalt als Spezialthema und kulturelle Aspekte.

Im Gegensatz zu den vermuteten geschlechtsneutralen Berichten zu vorrangig maskulinen Aktivitäten kommen Zeitungsartikel über Männer als solche nur in relativ geringem Umfang vor. Das Team stellte eine gesteigerte Aufmerksamkeit in Bezug auf die Rollen des Mannes in der Familie im Allgemeinen sowie in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter in den nordischen Ländern fest.

Eine Analyse der Themen bei der Berichterstattung zeigte, dass Gewalt, Zuhause und Arbeit die Hauptgebiete waren, die sich explizit auf Männer bezogen. In jedem Land wurde in unterschiedlichem Ausmaß über die soziale Ausgrenzung berichtet, wohingegen Gesundheitsreportagen weniger verbreitet waren.

Aufgrund des Berichtsumfangs wurde Gewalt, insbesondere individuelle Fälle männlicher Gewalt, als spezielle Kategorie betrachtet. Es gab vergleichsweise wenig Artikel zu sozialen, kulturellen, historischen oder internationalen Aspekten.

Diese Beobachtungen führten zu dem Schluss, dass weitere Forschungsarbeiten zu den kulturellen und nationalen Mustern benötigt werden, die diese anfängliche Analyse der verfügbaren Zeitungen als Grundlagen nutzen.

Keith Pringle | ctm
Weitere Informationen:
http://www.sunderland.ac.uk
http://www.cardiff.ac.uk/index.html

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