Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Parkgebühr elektronisch bezahlen

29.04.2005


Keine Bargeldsuche, minutengenaue Abrechnung von Parkgebühren, unkomplizierte Handhabung - das versprechen die Anbieter neuer Systeme. Eine Forschungsarbeit an der Technischen Universität Darmstadt hat die Vor- und Nachteile untersucht. Auf Basis dieser Forschungsarbeit ist vor einigen Tagen eine Ausnahmegenehmigung im Rahmen der Straßenverkehrsordnung in Kraft getreten, die den Kommunen den Einsatz der neuen Systeme ermöglicht.



Bisher waren in Deutschland nur Parkscheinautomat, Parkuhr und Parkscheibe für die Bewirtschaftung der Parkplätze im Straßenraum zugelassen. In Skandinavien und den Niederlanden werden schon seit Jahren auch alternative Systeme genutzt. Zum einen kann der Parkplatz über das Handy bezahlt werden. Dafür wird eine Zentrale angerufen, und die Parkzone angegeben. Der Parkvorgang wird dann gestartet. Wenn der Fahrer das Fahrzeug wegfährt, ruft er wieder in der Zentrale an und beendet den Parkvorgang. Die Abrechung erfolgt dann per Lastschrift am Ende des Monats. Eine andere Variante sind Geräte, die im Fahrzeug hinterlegt werden. Ein kleiner Kasten in der Größe einer Fernbedienung mit einem Display wird eingeschaltet und hinter der Windschutzscheibe, statt eines Parkscheins, deponiert. Fährt der Fahrer sein Fahrzeug weg, schaltet er das Gerät aus. Die angefallenen Parkgebühren werden von einem gespeicherten Guthaben im Gerät abgebucht. Bei beiden Systemarten wird kein Bargeld benötigt und die Parkdauer wird minutengenau abgerechnet. Politessen können die Parkvorgänge überprüfen - etwa durch eine Online-Verbindung zur Zentrale.



In einem Forschungsvorhaben am Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der TU Darmstadt (Leitung: Prof. Dr.-Ing. Manfred Boltze) hat Petra Schäfer im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen die Vor- und Nachteile dieser neuen Park-Systeme, ihre technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen und die Einsatzmöglichkeiten untersucht.

Die Studie ergab, dass Städte und Gemeinden in den Niederlanden und Schweden alle mit den Systemen zufrieden sind und sie weiter nutzen möchten. Dabei ist nicht die Reduzierung der bereits vorhandenen Parkscheinautomaten geplant. Die Systeme werden hier zusätzlich und als Service für die Parkenden eingesetzt.

Bei einer Befragung der Nutzer im Ausland ließ sich ermitteln, dass die Systeme vor allem von Firmen für ihre Mitarbeiter genutzt werden, um Parkvorgänge während Dienstfahrten abzurechnen. Als wesentliche Vorteile werden genannt: minutengenaue Abrechnung, die voraussichtliche Parkdauer muss vorher nicht abgeschätzt werden.

Bei einer Akzeptanzuntersuchung in Deutschland fand die Mehrzahl der Kommunen die alternativen Systeme interessant. Die Mehrzahl der befragten Verkehrsteilnehmer in Deutschland ist zwar zufrieden mit den herkömmlichen Parkscheinautomaten, etwa die Hälfte würde aber auch ein alternatives System nutzen.

Dem deutschen Gesetzgeber wurde grundsätzlich empfohlen, die alternativen Systeme in Deutschland zuzulassen. Der Gesetzgeber ist dem gefolgt und hat kürzlich eine Ausnahmegenehmigung von § 13 StVO im April dieses Jahres beschlossen. Diese Ausnahmegenehmigung ermöglicht es den Städten und Gemeinden, die alternativen Systeme nun bis zum 31.12.2007 einzusetzen. Saarbrücken und Neukirchen im Saar-land sowie Berlin haben bereits Handy-Parken eingeführt.

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de

Weitere Berichte zu: Ausnahmegenehmigung Nachteile Parkgebühr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie