Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Familienbeziehungen rücken in den Fokus der Forschung

01.03.2005


Unter Beteiligung von Chemnitzer Soziologen ist das größte deutsche Forschungsprojekt im Bereich der Beziehungs- und Familienentwicklung gestartet: DFG-Schwerpunktprogramm bereitet Langzeituntersuchung an 12.000 Menschen vor



Es ist das größte Forschungsprojekt, das je in Deutschland im Bereich der Beziehungs- und Familienentwicklung durchgeführt worden ist: Vor wenigen Wochen startete das Schwerpunktprogramm 1161 "Beziehungs- und Familienentwicklung" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Soziologen der Technischen Universität Chemnitz sind daran federführend beteiligt.



"Ziel des Schwerpunktprogramms ist es, ein deutsches Panel zur Beziehungs- und Familienentwicklung vorzubereiten, in dem 12.000 Menschen über zwölf Jahre auf ihrem Lebensweg begleitet werden sollen", so Prof. Dr. Bernhard Nauck, Professor für Allgemeine Soziologie der TU Chemnitz und Mit-Initiator und -Koordinator des DFG-Programms. In jährlichem Abstand werden dann Menschen zu ihrer Partnerschafts- und Familiensituation befragt, die zu Beginn zwischen 15 und 17 Jahren, 25 und 27 Jahren und 35 und 37 Jahren alt sind. Zusätzlich in die Untersuchung sollen auch die jeweiligen Lebenspartner und Kinder einbezogen werden. Im Fokus der Wissenschaftler steht dabei, grundlegende Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich Paarbeziehungen etablieren und entwickeln, wie sich Familien gründen und erweitern und wie sich die Beziehungen zwischen den Generationen gestalten. Auch die sozialen Netzwerke innerhalb einer Familie haben die Forscher im Visier.

Um dieses voraussichtlich im Jahr 2006 startende Beziehungs- und Familien-Panel (BFB) vorzubereiten, stellt die DFG im Rahmen ihres Schwerpunktprogramms "Beziehungs- und Familienentwicklung" insgesamt zwei Millionen Euro zur Verfügung. An der Entwicklung, Erprobung und Überprüfung geeigneter Instrumente arbeitet derzeit ein interdisziplinäres Team von Soziologen, Demographen, Ökonomen und Psychologen. Das DFG-Schwerpunktprogramm wird von Wissenschaftlern der Universitäten von Bremen, Chemnitz, Mannheim und München durchgeführt.

Die Chemnitzer Professur für Allgemeine Soziologie ist gleich auf mehreren Ebenen an der Projektdurchführung beteiligt: Neben der Gesamtkoordinierung des Programms werden hier alle Panel-Instrumente von der Soziologin Christina Hübscher an einer ostdeutschen Befragtengruppe getestet. Darüber hinaus bringen sich TU-Wissenschaftler bei der Erforschung des generativen Verhaltens und der Generationenbeziehungen ein. Prof. Dr. Bernhard Nauck und seine Mitarbeiter Dr. Anja Steinbach und Steffen Reschke werden hierbei auch Instrumente entwickeln, mit denen erfasst werden soll, welchen Wert Kinder für ihre Eltern haben.

Der Startschuss für das DFG-Schwerpunktprogramm fiel Mitte Dezember 2004 in Chemnitz: An der TU nahmen über 40 Partner aus insgesamt 18 Begleitprojekten des Programms an der ersten ordentlichen Konferenz teil.

Der Chemnitzer Soziologie-Professor Bernhard Nauck ist ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet der Familienforschung. Er ist Präsident des Committee on Family Research der International Sociological Association und war u. a. jahrelanges Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Bevölkerungswissenschaft und der Deutschen Gesellschaft für Demographie.

Weitere Informationen gibt Prof. Dr. Bernhard Nauck, Inhaber der Professur Allgemeine Soziologie I der TU Chemnitz, unter Telefon (03 71) 531 24 02, E-Mail bernhard.nauck@phil.tu-chemnitz.de .

Alexander Friebel | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/phil/soziologie/nauck
http://www.pairfam.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise