Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirtschaft und Gesellschaft müssen Partner im Kampf gegen sexuelle Gewalt an Kindern sein

24.02.2005


Breites Echo auf Präventionskampagne "Hinsehen.Handeln.Helfen!"

... mehr zu:
»BDA »Beratungsstelle »Senior

Die Präventionskampagne "Hinsehen.Handeln.Helfen!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist auf positive Resonanz gestoßen. Nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums sehen sich drei von vier Menschen in Deutschland gut über das Thema sexuelle Gewalt informiert. 90 Prozent stimmen dafür, dass Aufklärung und Information weiter verstärkt werden sollten. Die Kampagne zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt hatte zum Ziel, das gesellschaftliche Bewusstsein für sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu schärfen und den Weg für Kooperationen von Partnern aus Gesellschaft und Wirtschaft zu bereiten. Bundesministerin Renate Schmidt hat heute deshalb Unternehmen zur heutigen Veranstaltung "Hinsehen.Handeln.Helfen!" nach Berlin eingeladen. Ziel ist es, mit Wirtschaft und Beratungsstellen neue Wege der Unterstützung von Kinderschutz- und Präventionsprojekten zu erschließen.

Bei der Diskussion mit Expertinnen und Experten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), des Deutschen Kinderschutzbundes sowie Sponsoren und Unterstützerinnen und Unterstützern der Kampagne "Hinsehen.Handeln.Helfen!" betonte der Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Peter Ruhenstroth-Bauer: "Sexuelle Gewalt ist eine der schlimmsten Formen von Gewalt, die Kindern und Jugendlichen angetan wird. Ihre Seele leidet ein Leben lang. Jede und jeder Einzelne von uns kann dazu beitragen, Kinder vor Gewalt zu schützen. Um Gewalt den Boden zu entziehen, braucht es den Schulterschluss von Politik, Gesellschaft und auch der Wirtschaft. Ich freue mich, dass sich Unternehmen verstärkt in der Vorbeugung von Gewalt engagieren. Unser Ziel ist es, dass Firmen das Thema für ihr gesellschaftliches Engagement weiter etablieren."


Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, ergänzte: "Viele Beratungseinrichtungen sind in einer finanziell schwierigen Situation, da öffentliche Mittel der Länder und Kommunen massiv zurückgehen und der Bund hier keine entsprechende Förderkompetenz hat. Daher sind wir dringend auf die Unterstützung anderer gesellschaftlicher Akteure - insbesondere auch der Unternehmen - angewiesen." Antje Gerstein, stellvertretende Abteilungsleiterin der Abteilung Europäische Union und Internationale Sozialpolitik der BDA, sagte: "Die BDA als einer der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft will seinen Mitgliedern wesentliche Handlungsfelder für gesellschaftliches Engagement von Unternehmen aufzeigen." Der Schutz der schwächsten Glieder unserer Gesellschaft verdiene dabei besondere Aufmerksamkeit, schließlich läge es im ureigensten Interesse der Unternehmen, hier zu handeln. Denn neben dem großen persönlichen Leid für jede Einzelne und jeden Einzelnen entstünden durch sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen auch schwerwiegende Folgeschäden für die Wirtschaft, so Antje Gerstein.

In einer Emnid-Umfrage hat das Bundesministerium ermittelt, dass sich die Mehrheit der Menschen in Deutschland (90 Prozent) mehr Maßnahmen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen wünschen. Ein Großteil (67 Prozent) sprach sich dafür aus, dass sich auch Unternehmen verstärkt in diesem Bereich engagieren sollen.

Wie Unternehmen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen aktiv werden, zeigten der Hamburger Bekleidungshersteller Tom Tailor AG und die Sony Deutschland GmbH, die DaimlerChrysler AG sowie das Telekommunikationsunternehmen O2: Tom Tailor spendete den Erlös aus dem Verkauf von eigens produzierter Bekleidung an einen Kinderschutzverein, Sony ist Partner des Kölner Präventionstheaters von Zartbitter e.V., DaimlerChrysler ist Mitbegründer der von Königin Silvia von Schweden ins Leben gerufenen World Childhood Foundation. O2 leistet mit der Bereinigung von Chatrooms von sexuell agressiven Beiträgen einen Beitrag zum Kinder- und Jugendschutz und unterstützt den Verein Power-Child e.V. sowie das Bündnis für Kinder - gegen Gewalt. Valentina Daiber, Jugendschutzbeauftragte von O2: "Wir legen größten Wert darauf, dass unsere Angebote sexueller Gewalt keinen Vorschub leisten. Das Internet ist schließlich einer der Orte, wo Täter ein Forum finden können und solche Übergriffe angebahnt werden können. Hier wollen wir gezielt, auch in Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden, aktiv werden."

Die Kampagne "Hinsehen.Handeln.Helfen!" zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt, die heute ihren Abschluss findet, wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im April 2004 im Rahmen des "Aktionsplans der Bundesregierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung" durchgeführt. Die Kampagne umfasst die Internetseite www.hinsehen-handeln-helfen.de auf der Betroffene und Interessierte auch künftig in einer umfassenden Datenbank nach Beratungsstellen in ganz Deutschland suchen und konkrete Hilfe bei Fragen zum Thema sexuelle Gewalt finden können. Ebenso waren Materialien zur Information über Schutz von Kindern vor sexuellen Übergriffen Teil der Kampagne. Bis Juni 2004 informierte das Bundesministerium in Zusammenarbeit mit regionalen Beratungsstellen mit einer Kampagnentour durch 18 Städte in allen Bundesländern über das Thema. Über 1.000 interessierte Bürgerinnen und Bürger suchten vor Ort Einzelgespräche mit den Beratungsstellen.

Unterstützt wurde "Hinsehen.Handeln.Helfen!" von den Schauspielerinnen Hannelore Hoger und Eleonore Weisgerber sowie von den Schauspielern Kai Wiesinger und Götz George, der sich für einen Fernsehspot zur Verfügung stellte. Die Unternehmen DaimlerChrysler AG, Sixt AG und der Fachverband Außenwerbung e.V. leisteten Unterstützung mit Know-how und Sachspenden.

| BMFSFJ Internetredaktion
Weitere Informationen:
http://www.hinsehen-handeln-helfen.de
http://www.bmfsfj.de

Weitere Berichte zu: BDA Beratungsstelle Senior

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise