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Einfluss des Immobilienleerstands auf menschliche Psyche

07.12.2004


Der aktuelle Büroflächenleerstand in Deutschland markiert eine beispiellose Ressourcenverschwendung in der deutschen Nachkriegsgeschichte, heißt es in aktuellen Analysen zum Immobilienleerstand. Neben den entstehenden volkswirtschaftlichen Kosten schlagen aber auch die Folgekosten des Leerstandes für das Humankapital Mensch zu Buche, welche nun näher analysiert wurden.



Volker Linneweber, Professor für Psychologie an der Magdeburger Universität, untersuchte im Auftrag des größten internationalen Beratungsunternehmen für Gewerbeimmobilien Cushman & Wakefield Healey & Baker den Einfluss des Immobilienleerstands auf den "weichen" Faktor Mensch. Bisher wurde diesem Aspekt bei wirtschaftlichen Betrachtungen zum Immobilienleerstand kaum Beachtung geschenkt. Der Magdeburger Wissenschaftler hinterfragte Auswirkungen auf betroffene Menschen oder die sich durch Leerstand bedroht fühlen. Weiterhin wurden in die Studie die Rolle der menschlichen Psyche und der aus dem Leerstand resultierende Kostenfaktor einbezogen. Volker Linneweber kam in der online-Analyse, an der sich ca. 130 Branchenexperten beteiligten zu dem Ergebnis, dass mögliche Auswirkungen des Leerstandes weitaus größer sind als bisher angenommen wurden und unterscheidet einige wenige positive von überwiegend negativen Effekten. Als positiv beschreibt der Psychologe die - von den Experten berichtete - Bereitschaft der Mitarbeiter, sich weiter zu qualifizieren. Als negative Effekte bewertet Prof. Linneweber Antworten der Befragten, die sich dahingehend geäußert haben, dass sich Leerstand auf das Betriebsklima, auf die Stimmung von Mitarbeitern auswirken und auch ihre Motivation, das Corporate Identity sowie die Produktivität beeinflussen können.

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Die Studie gibt auch Auskunft zu grundsätzlichen Fragen, wie zur Nachfrage nach Büroflächen im Zuge wirtschaftlicher Umstrukturierung und zur Entscheidung, leerstehende Immobilienflächen zu mieten. Es wird sehr vorsichtig reagiert, betont Linneweber. Leerstehende Büroflächen, auch bei kostengünstigen Mieten, beeinflussen kaum das unternehmerische Handeln, beschreibt er den Prozess. "Fazit ist, dass Leerstand weiteren Leerstand nach sich zieht; die Selbstregulationskräfte des Marktes also gestört sind. Eine Trendwende wird bemerkenswerterweise für den Markt insgesamt eher angenommen als für das eigene Unternehmen, Motto: die anderen werden’s schon richten".

Quelle: Cushman & Wakenfield Healy & Baker

Waltraud Riess | idw
Weitere Informationen:
http://www.cushmanwakefield.de
http://www.uni-magdeburg.de/

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