Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warum Frauen meistens nicht die Familie ernähren

01.07.2004


In Deutschland sind Frauen seltener als Männer erwerbstätig und damit in höherem Maße als Männer auf Ehegattenunterhalt und/oder Sozialleistungen angewiesen. Eine mit 200.000 Euro von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften der Freien Universität Berlin untersucht in den kommenden zwei Jahren den Ehegattenunterhalt und das Ehegattensubsidiarität im Hinblick auf als Gleichstellungshindernisse. Das interdisziplinär angelegte Projekt unter Leitung von Dr. Sabine Berghahn geht der Frage nach, welche juristischen Faktoren im Zusammenspiel mit wirtschaftlichen und sozialen Umständen dazu beitragen, dass Frauen in bestimmten Situationen auf die Sicherung durch die Ehe ausweichen bzw. auf den Unterhalt vom Ehemann verwiesen werden.



"Auf Grund der gesetzlichen Normen wird Frauen nahe gelegt, lieber die familiäre Versorgung in Anspruch zu nehmen, statt eine Erwerbstätigkeit nachzugehen", sagt Dr. Sabine Berghahn. Das Erwerbs-, Sozial-, Steuer-, und Unterhaltssystem in Deutschland fördert nach wie vor die Ernährerstellung des Mannes und sieht die Frau als eher geringfügige Zuverdienerin. "Darin ist eine rechtlich relevante Benachteiligung und ein Hindernis für die Verwirklichung von Gleichstellung zu vermuten," so Berghahn.

... mehr zu:
»Ehegattenunterhalt


Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit einer Soziologin und einer Juristin am Otto-Suhr-Institut der FU durchgeführt. Außerdem ist eine Kooperation mit der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin geplant. Untersucht werden die jeweiligen Schnittstellen zwischen Arbeits-, Sozial-, und Steuerrecht und dem Recht des Ehegattenunterhalts im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit der Gleichberechtigung der Geschlechter und dem aktiven Gleichstellungsgebot. Damit sollen Wege zur Überwindung des "männlichen Ernährermodells" in der deutschen Existenzsicherung aufgezeigt werden. Die neue Studie bezieht Untersuchungen über die sich verändernde Akzeptanz der ehelichen Solidaritätspflichten mitein, zudem will die Forschergruppe qualitative Interviews mit Frauen und Männern in Paarbeziehungen führen.

Die Studie: "Ehegattenunterhalt und Ehegattensubsidarität als Gleichstellungshindernisse" wird vom 1. Mai 2004 bis 28. Februar 2006 gefördert.

Nähere Informationen erteilt Ihnen gerne Dr. Sabine Berghahn: Tel.: 030-838-52 984 oder 814 13 79, E-Mail: Berghahn@zedat.fu-berlin.de oder Projektadresse: ermodell@zedat.fu-berlin.de.

Dr. Felicitas von Aretin | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de

Weitere Berichte zu: Ehegattenunterhalt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise