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Kinderwunsch und Beruf

15.10.2003


Religiöse und bevölkerungspolitische Aspekte sowie die eigene berufliche Planung haben so gut wie keinen Einfluss auf den Kinderwunsch und die Familienplanung von Frauen. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die von Dr. Beatrice Nobis an der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität zu Köln durchgeführt wurde.


Die Zeiten, in denen die Mutterrolle ein selbstverständlicher Teil im Leben einer Frau war, sind vorbei. Deutschland hat eine der niedrigsten Geburtenraten in Europa und Kinder sind ein Wunsch, nur ein mögliches Lebensziel, das mit zahlreichen anderen in Konkurrenz treten muß. Entscheidet sich eine Frau für ein Kind oder auch für weitere Kinder nach ihrem Erstgeborenen, wird dies als rationale Wahl erlebt, die von diversen gesellschaftlichen und persönlichen Faktoren beeinflußt wird.

In der heutigen Arbeitswelt, die Mobilität und Flexibilität verlangt, stellen Kinder häufig ein Risiko für die Karriere sowie die finanzielle und soziale Stellung dar. Dennoch genießt die Familie, gerade auch bei jungen Leuten, noch immer große Wertschätzung. Kinder versprechen Lebensinhalt und Sinn, Wärme und Vertrautheit.


So betonen beide befragten Gruppen (Mütter von Einzelkindern und Mehrfachmütter) die Wichtigkeit der Mutterschaft für ihre Rolle als Frau. Des weiteren sehen alle Frauen in ihren Kindern den Sinn des Lebens und wollen durch den Nachwuchs einen Teil von sich und ihrem Partner weitergeben. Beiden Gruppen gemein ist auch die Ansicht, dass sie nicht durch Kinder im Bekannten und Freundeskreis beeinflusst werden. Denn obwohl die meisten Freundschaft zu Familien mit Kindern pflegen, meinen etwa zwei Drittel, dass dies für ihre eigene Familienplanung keine Rolle spiele.

Ein gravierender Unterschied zwischen den beiden Gruppen besteht bei der Bewertung von Einzelkindern. Mütter von Einzelkindern lehnen das negativ behaftete Bild vom sozialen Einzelgänger strikt ab, während bei Mehrfachmüttern genau das Gegenteil der Fall ist. Sie hegen die Furcht, dass ein Einzelkind nur mit geringer sozialer Kompetenz ausgestattet ist, während Geschwister zum Beispiel lernen, Konflikte auszutragen. Sehr unterschiedlich wirkt sich auch ein negativer Schwangerschafts- und Geburtsverlauf aus: Einzelkindmütter sehen dies als limitierenden Faktor, die Mehrfachmütter hingegen nicht. Letztere sind es auch, die insgesamt stärker auf Partnerschaft und Familie hin orientiert sind. Bei der Partnerwahl betrachten sie den Mann bereits als zukünftigen Vater ihrer Kinder, und sie hoffen, durch Kinder eine Vertiefung ihrer Beziehung zu erfahren.

Einen weiteren wichtigen Einflußfaktor auf den eigenen Kinderwunsch stellt die Anzahl der Geschwister der Frauen dar. Mit steigender Kinderzahl in deren Herkunftsfamilien, wächst auch die Zahl der eigenen Kinder. Dies geht in der Tat so weit, dass Kinder- und Geschwisterzahl auch numerisch korrelieren. So haben zum Beispiel ein Drittel der Frauen mit einem Geschwister selber zwei Kinder, Frauen mit drei Kindern waren in ebenfalls einem Drittel der Fälle auch in der Herkunftsfamilie zu dritt. Allerdings meint der mit Abstand größte Teil der Frauen, dass die Geschwisterzahl keinerlei Einfluss auf ihren Kinderwunsch hatte.

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html

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