Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hohe Fruchtbarkeitsziffern abhängig von der Möglichkeit, Mutterschaft und Berufstätigkeit miteinander zu vereinbaren

25.08.2003


Ein von der EU finanziertes Projekt hat einen Bericht vorgelegt, in dem es neue politische Maßnahmen zur Förderung der gemeinsamen Verantwortung für die Kinderbetreuung vorschlägt. Dabei stützt es sich auf zahlreiche Studien über die Auswirkungen einer Mutterschaft auf die Berufstätigkeit und umgekehrt.


Der Bericht mit dem Titel "The rationale of motherhood choices: influences of employment conditions and of public policies" (Die Grundlagen der Entscheidung für ein Kind: Einflüsse der Beschäftigungsbedingungen und der Politik) hat untersucht, inwiefern Entscheidungen für ein Kind in den EU-Mitgliedstaaten von den Bedingungen des Arbeitsmarkts beeinflusst werden und welche Politik auf nationaler und EU-Ebene erforderlich ist, um die gemeinsame Verantwortung für die Kinderbetreuung zu fördern, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Das Projekt wurde unter der Leitaktion "Verbesserung der sozioökonomischen Wissensbasis" des Fünften Rahmenprogramms finanziert.

Nach Angaben des Berichts liegen die Fruchtbarkeitsziffern in allen EU-Mitgliedstaaten unter der Reproduktionsziffer von 2,1 Kindern je erwachsener Frau. Außerdem entscheiden sich Frauen heute später für ein Kind als noch vor einigen Jahren. Solange es nicht einfacher gemacht wird, Arbeit und Mutterschaft miteinander zu vereinbaren, würden die Fruchtbarkeitsziffern niedrig bleiben, heißt es im Bericht.


Laut Studien, auf die der Bericht eingeht, hat die Politik sehr wohl einen Einfluss auf die Berufstätigkeit von Frauen: In Ländern mit relativ weit entwickelten Politiken im Bereich Berufstätigkeit und Familie ist die Beschäftigungsrate von Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren höher, während in allen EU-Ländern ein Zusammenhang zwischen dem Angebot und der Qualität von Kinderbetreuungseinrichtungen und den Beschäftigungsraten der Mütter besteht.

Eines der Ziele, das die Staats- und Regierungschefs der EU im März 2000 in Lissabon verabschiedet haben, ist die Erhöhung des Anteils berufstätiger Frauen auf 60 Prozent bis 2010. Wie es in dem Bericht heißt, haben zahlreiche Länder noch einen weiten Weg vor sich. Ihr Erfolg hänge jedoch neben der Sozialpolitik noch von anderen Faktoren ab: "Solange der Haushalt einschließlich der Kinderbetreuung als eine natürliche Domäne der Frau angesehen wird, wird die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt nur schwer zu verwirklichen sein."

Die Autoren des Berichts empfehlen, den Elternurlaub als eine Politik zu verfolgen, die die gemeinsame Verantwortung für die Kinderbetreuung fördert, wobei der Elternurlaub nicht übertragbar sein und zumindest eine teilweise Lohnfortzahlung bestehen sollte.

| cn
Weitere Informationen:
http://ftp.cordis.lu/pub/citizens/docs/motherhood_choices_2003.pdf
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:20765&TBL=DE_NEWS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik