Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besser Erziehen mit Gandhi´s Methode des gewaltfreien Widerstandes

12.08.2003


In Israel lebende Promoventin der Universität Witten/Herdecke zeigt, dass man mit gewaltfreiem Widerstand bei der Erziehung aggressiver und selbstzerstörerischer Kinder weiter kommt.

... mehr zu:
»Erziehen »Wiederherstellung

Wie mit solchen Kindern, die auffälliges Verhalten zeigen oder gar suizidgefährdet sind, umgehen? Gibt es jenseits von Prügeln (ist gesetzlich verboten) oder einem antiautoritär- defensiven Erziehungsstil weitere Wege, Eskalationszustände einzugrenzen? Diese Frage beschäftigt die Forscherin Carmelite Avraham-Krehwinkel seit Jahren. "Ich will mit meiner Arbeit einen so genannten dritten Weg aufzeigen." Die Wissenschaftlerin reagiert damit auf Anfragen vieler Eltern nach einem praktizierbaren, effizienten und moralisch vertretbaren Weg, mit ihren Kindern auf eine für beide Seiten menschenwürdige Weise umzugehen. Herausgekommen ist ein Promotionsprojekt am Lehrstuhl für Qualitative Forschung in der Medizin der Universität Witten/Herdecke in Kooperation mit der Universität Tel-Aviv, dessen Ergebnisse nun vorliegen.

Grob umrissen, könnte man sagen: Eltern sollen vom indischen Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi lernen, der die Methode des gewaltfreien Widerstandes im Kampf gegen die englische Kolonialherrschaft kultiviert hat. Der Vorteil dieses neuen Modells: Es ist nicht am Grünen Tisch entstanden, sondern musste sich auch schon in der Praxis bewähren. Carmelite Avraham-Krehwinkel, Doktorandin am Wittener Lehrstuhl für Qualitative Forschung in der Medizin, hat durch Forschungen in bisher 45 Familien mit Kindern im Alter zwischen drei und 17 Jahren offenbar einen Weg gefunden, wie Eltern in Zukunft angemessener reagieren können und ihre Kinder zum Einlenken und vor allem Einsehen bewegen können.


Das Arbeitsmodell zielt auf Identifizierung der Quellen für die elterliche Machtlosigkeit, auf den Aufbau eines entsprechenden Instrumentariums und strebt an ihrer Stelle die Wiederherstellung der elterlichen Präsenz an, d.h. die Wiederherstellung der elterlichen Kompetenz.

Dieses so genannte gewaltfreie Widerstandsmodell der Wissenschaftlerin wurde den Eltern in insgesamt fünf Sitzungen vermittelt und dann mit Hilfe begleitender telefonischer Beratung unterstützt. Die Ergebnisse überraschen: Laut der Studie kam es zu einem signifikanten Rückgang elterlicher Hilflosigkeit, autoritärer Anwandlungen und zu einer deutlichen Steigerung der Erziehungseffizienz.

Nach Ansicht der Autorin stützen die Ergebnisse die These, dass gewaltfreie Interventionsmethoden durchaus effizient sein können.

Kontakt: Carmelite Avraham-Krehwinkel, Tel.: 00972 - 3-6780-355

Kay Gropp | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de

Weitere Berichte zu: Erziehen Wiederherstellung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie