Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schüler mit Hörproblemen haben schlechtere Bildungschancen!

12.09.2002


Lernschwächen sind oft eine Folge unentdeckter Hörbehinderungen


Eine Reihenuntersuchung, die in den USA über das Hörvermögen von Schülern durchgeführt wurde, kam zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass über 10 Prozent aller untersuchten Schülerinnen und Schüler einen Hörverlust aufwiesen. Bei rund 6 Prozent der untersuchten Kinder und Jugendlichen wurde eine stärkere, bei weiteren 5 Prozent eine leichtere Hörminderung festgestellt.

Diese Zahlen wurden in der Folge in Relation zu den schulischen Leistungen der untersuchten Personen gestellt. Dabei zeigte es sich, dass bereits Schülerinnen und Schüler mit minimalen Hörbehinderungen durchwegs schlechtere Promotionschancen hatten als ihre normalhörenden Kolleginnen und Kollegen. Am drastischsten manifestierte sich dieses Verhältnis bei jenen Schülern, welche eine oder gar mehrere Klassen repetieren mussten:


Es erwies sich, dass 37% aller Kinder mit minimalen Hörverlusten eine Schulstufe wiederholen mussten, während dieser Durchschnitt bei den Normalhörenden lediglich an die 4 Prozent erreichte. Bei den ersteren handelte es sich durchwegs um Kinder, deren Hörverluste im Rahmen eines normalen Hör-Screenings unentdeckt geblieben und die demzufolge den Normalhörenden zugerechnet worden wären.

Lagert man diese Zahlen auf schweizerische Verhältnisse um, so würde dies bedeuten, dass hierzulande über 50’000 Schülerinnen und Schüler von leichter Schwerhörigkeit betroffen sind. Von diesen wiederum bleiben rund 20’000 aufgrund der mit ihrer leichten Hör-Behinderung einhergehenden schlechteren Bildungschancen mindestens einmal sitzen. Rechnet man mit einem Bildungskosten-Bruttobetrag von rund 10’000 Franken pro Kind und Jahr und einer Gesamtausbildungszeit von 10 Jahren, so ergibt sich daraus eine Summe von nicht weniger als 20 Millionen Franken.

Diese Kosten liessen sich grösstenteils vermeiden, wenn die Kinder bei Schuleintritt sowie beim Übertritt von der Grundstufe in einer höhere Schulstufe konsequent auf deren Hörfähigkeit untersucht und zugleich Massnahmen zur Verbesserung der Hörsituation in Klassenräumen getroffen würden. Mit solch hörverbessernden Massnahmen zum Ausgleich schlechter raumakustischer Verhältnisse und eines meist sehr hohen Geräuschpegels in den Klassenräumen könnte nicht nur die Benachteiligung leicht hörbehinderter Schülerinnen und Schüler korrigiert, sondern die auch die Lern-Effizienz ganz allgemein verbessert werden.

Über dieses Thema berichtet die jüngste Ausgabe des Informationsbulletins Gut Hören. Es ist erhältlich beim Informationszentrum für gutes Hören, Zugerstrasse 79, 6314 Unterägeri. Tel. 041-750 90 01, Fax 041-750 90 03, info@gut-hören.ch

Beat Roggen | pte.online

Weitere Berichte zu: Bildungschance Hörverlust Klassenraum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rückgang großer fruchtfressender Vögel bedroht Tropenwälder

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wenn das Handy heimlich zuhört: Abwehr ungewollten Audiotrackings durch akustische Cookies

07.12.2016 | Informationstechnologie

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops