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Immer mehr Eltern erziehen ihre Kinder gewaltfrei

04.09.2002


Bundesministerin Bergmann zieht Bilanz des seit zwei Jahren bestehenden Rechts auf gewaltfreie Erziehung


Zwei Jahre nach dem Beschluss des Deutschen Bundesrats für ein Recht auf gewaltfreie Erziehung zieht die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Christine Bergmann, in Berlin Bilanz. Eine vom Bundesfamilien- und Bundesjustizministerium in Auftrag gegebene Studie, für die 6.000 Eltern, Kindern und Multiplikatoren in der Familien- und Jugendberatung befragt wurden, bestätigt, dass das Leitbild des Aufwachsens ohne Gewalt inzwischen breit bekannt und akzeptiert ist.

Bundesfamilienministerin Dr. Christine Bergmann erklärt: "Die Bekämpfung von Gewalt in allen Lebensbereichen ist eines der zentralen Anliegen der rot-grünen Regierungspolitik. Ein Leben ohne Gewalt, ein Aufwachsen ohne Gewalt muss jedem Menschen möglich sein. Wir wollen Familien und ihre Kinder stark machen - damit Kinder und Jugendliche die bestmöglichen Chancen im Leben haben. Deshalb haben wir ein neues Leitbild in der Erziehung gesetzlich verankert und die Gesetzesänderung durch eine Kampagne begleitet: Kinder haben ein Recht auf ein Aufwachsen frei von Gewalt."


Das "Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung" trat im November 2000 in Kraft. Der geänderte § 1631, Abs. 2 BGB schreibt vor: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig". Mit einer breit angelegten, bundesweiten Aufklärungs- und Informationskampagne "Mehr Respekt vor Kindern" begleitete das Bundesfamilienministerium von September 2000 bis Ende 2001 die Gesetzesänderung. In 36 Orten liefen 500 Vor-Ort-Aktionen. Außerdem nutzen 20.000 Mütter und Väter Kurse, Workshops und Seminare zum Thema Erziehung, die im Rahmen der Kampagne angeboten wurden.

"Immer mehr Eltern erziehen ihre Kinder gewaltfrei", so Bundesministerin Bergmann. "Erziehung von Kindern ist in Deutschland wieder Thema. Die gesellschaftliche Debatte um die Leitlinien der Erziehung ist wichtig, denn es gibt eine öffentliche Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern, die die private Verantwortung ergänzt. Wir müssen als Gesellschaft hier insgesamt Verantwortung übernehmen, und dies nicht allein den Eltern oder vielleicht noch den Erzieherinnen und Erziehern, den Lehrkräften oder Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern überlassen. Wir als Regierung übernehmen unseren Teil der Verantwortung. Wir haben das Klima in der Gesellschaft verändert. Wir bekämpfen Gewalt, wir unterstützen Eltern, wo sie Hilfe brauchen. Wir nehmen die öffentliche Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern ernst."

pb | BMFSFJ Pressemitteilung
Weitere Informationen:
http://www.bmfsfj.de/

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