Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die heutige Jugend: optimistisch und pragmatisch

19.08.2002


Zu den Ergebnissen der 14. Shell-Studie erklärt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Christine Bergmann:


"Die Jugend ist zukunftsorientiert und will die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen meistern. Diese Generation kann der Politik Mut machen, sie hat Bodenhaftung. Junge Frauen und Männer zeigen eine hohe Leistungsbereitschaft. Sie wollen ’aufsteigen statt aussteigen’. Optimistisch und pragmatisch nehmen sie ihr Leben selbst in die Hand, wollen ihre Chancen nutzen und Probleme in Angriff nehmen. Ehrgeiz, Fleiß, Streben nach Einfluss und auch Sicherheit gehören wieder zu den gefragten Werten. Mit dieser Jugend können die gesellschaftlichen und politischen Reformen aktiv angegangen werden. Die Ergebnisse bestätigen unsere politische Richtung. Denn die ’aktivierende Jugendpolitik’ der Bundesregierung fördert die Fähigkeiten der Jugendlichen, fordert Jugendliche aber zugleich auf, ihre Talente und Ideen aktiv für die Gesellschaft zu nutzen.

Familie steht bei den 12- bis 25-Jährigen hoch im Kurs. Über zwei Drittel der Jugendlichen wollen später selbst eine Familie gründen. 90 Prozent sagen, dass sie mit ihren Eltern gut klar kommen, knapp 70 Prozent wollen ihre Kinder später so erziehen, wie sie selbst von ihren Eltern erzogen worden sind. Diese Daten zeigen nicht nur die hohe Bedeutung der Familie, sondern auch die enge Verbundenheit und das Verständnis der Generationen untereinander. Dies ist ein stabiles Fundament für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.


Die Shell-Studie zeigt, dass die heutige Generation von jungen Frauen und Männern Karriere machen und Familie leben will. Wir unterstützen sie darin, denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist zentraler Schwerpunkt unserer Familienpolitik. Mit den neuen Regelungen zur Elternzeit und dem Teilzeitgesetz haben wir die Möglichkeiten erweitert, Beruf und Familie miteinander zu verbinden und in einer individuellen Balance zu leben. Zur Vereinbarkeit zählt auch ein gutes Angebot an Kinderbetreuung. Deshalb hat für uns der Ausbau der Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder Priorität. Der Bund unterstützt in der nächsten Legislaturperiode Länder und Kommunen beim Ausbau von Ganztageseinrichtungen mit 4 Mrd. Euro.

Die Entwicklung der Jugend hin zu einer pragmatischen und leistungsorientierten Generation wird besonders von Mädchen und jungen Frauen getragen. Sie haben im Bereich der Schulbildung die Jungen überholt, sind ehrgeiziger geworden und nicht mehr bereit, das Feld den jungen Männern zu überlassen. ’Macht’, ’Einfluss’ und ’Karriere’ sind erstrebenswerte Ziele für Mädchen und junge Frauen geworden. Diese Ergebnisse bestätigen unsere Gleichstellungspolitik, die Frauen in Bildung und Beruf sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördert. Es ist Zeichen einer modernen Gesellschaft, dass es für junge Frauen selbstverständlich geworden ist, beruflich erfolgreich sein zu wollen und dass Beruf und Familie sich nicht wechselseitig ausschließen. Die Shell-Studie zeigt: Hier sind wir einen großen Schritt vorangekommen.

Die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen ist von der Demokratie als Staatsform überzeugt. Nur 8 Prozent der Jugendlichen in den alten und 17 Prozent in den neuen Ländern sind anderer Meinung - geben jedoch auf Nachfrage keine Alternative an. Diese Überzeugung ist aber keine Erbpacht, sondern muss immer wieder neu erworben werden. Deshalb fördert die Bundesregierung in ihrer Jugendpolitik das demokratische Engagement z.B. durch außerschulische Bildung, internationalen Jugendaustausch und Jugendbegegnungen in Europa. Das umfassende und erfolgreiche Aktionsprogramm ’Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus’ setzt einen Schwerpunkt gegen Rechtsextremismus.

Die Shell-Studie zeigt, dass sich eine problematische Beurteilung der Demokratie oftmals als Kritik an den Lebensverhältnissen und fehlenden Chancen in Beruf und Gesellschaft entpuppt. Unsere Jugendpolitik hat Chancengerechtigkeit zum Ziel. Wir wollen der jungen Generation bessere und gerechte Chancen auf Bildung und Beruf ermöglichen. Die Bundesregierung bringt mit dem Programm ’Jump’ Jugendliche in Arbeit, sie unterstützt Jugendliche in der Berufsorientierung, sie hat in einer Bildungsoffensive die Ausgaben für Bildung und Forschung deutlich erhöht, und sie fördert mit dem Programm ’Entwicklung & Chancen junger Menschen in sozialen Brennpunkten’ Jugendliche aus sozial schwachen Gebieten.

Auch die Einstellungen zum politischen Engagement hat die Shell-Studie ermittelt. Sie ergaben, dass nur 34 Prozent der Jugendlichen politisch interessiert sind; 1991 waren es noch 57 Prozent. Zugleich zeigen die Daten, dass viele Jugendliche zwar der ’großen’ Politik fern sind, sich aber gesellschaftlich in ihrem näheren Umfeld engagieren. 35 Prozent der Jugendlichen sind regelmäßig gesellschaftlich aktiv, weitere 41 Prozent gelegentlich. Sie engagieren sich, wo sie direkt betroffen sind, aber auch für andere Menschen. Dies belegen auch unsere Erfahrungen im freiwilligen sozialen Jahr und im freiwilligen ökologischen Jahr, an denen jährlich über 13.000 Jugendliche teilnehmen. Mit dem neu gestalteten Freiwilligengesetz und der Mittelerhöhung um etwa 50 Prozent auf 16,5 Mio. Euro, aber auch mit unserer breiten Beteiligungsbewegung ’ich mache politik’ haben wir das freiwillige Engagement attraktiver gestaltet und ausgeweitet. Wir fördern Engagement, Beteiligung und Mitsprache von Jugendlichen. Denn wer sich engagiert und selbst aktiv ist, der ist in unserer Gesellschaft zu Hause."

Dr. Christine Bergmann | Pressestelle BMFSFJ
Weitere Informationen:
http://www.bmfsfj.de/

Weitere Berichte zu: Jugendpolitik Rechtsextremismus Vereinbarkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie