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Senioren und Angehörige halten Gedächtnisprobleme für unausweichlich

24.07.2002


Ältere Menschen halten Gedächtnisprobleme für einen unvermeidlichen Teil des Alterungsprozesses, gegen den sich nichts tun lässt.


Zu diesem Ergebnis kommt eine israelische Studie, die heute bei der International Conference on Alzheimer’s Disease and Related Disorders in Stockholm vorgestellt wird. Die Konferenz ist das bislang größte Treffen von Alzheimer-Experten überhaupt. Rund 4000 internationale Fachleute diskutieren noch bis zum 25. Juli die Ergebnisse von fast 2000 Studien.

Einige ältere Menschen versuchten, ihre Gedächtnisprobleme zu ignorieren, andere bemühten sich, ihr Gedächtnis zu trainieren, fand Studienleiterin Dr. Perla Werner von der Universität Haifa heraus. Für ihre Studie hatte sie ausführliche Interviews mit 79 Senioren geführt. Anhand der Antworten analysierte Werner, wie die alten Menschen ihre Gedächtnisprobleme wahrnahmen und auf welche Weise sie Hilfe suchten.


Derzeit sieht es ganz so aus, dass eine Phase mit leichten Störungen bei Wahrnehmung und Gedächtnis dem Einsetzen von Alzheimer vorausgeht. Auch wenn bislang noch kein Mittel zugelassen wurde, das diesen leichten kognitiven Störungen vorbeugt oder sie behandelt, könne eine rechtzeitige Diagnose doch dazu beitragen, das Einsetzen und Fortschreiten von Alzheimer zu verzögern, merkt die Studie an.

Laut Werner besteht eine deutliche zeitliche Verzögerung zwischen den ersten Symptomen einer Verschlechterung des Gedächtnisses und der Diagnose durch den Arzt. Wissenschaftler schreiben diese zeitliche Verzögerung der Schwierigkeit älterer Menschen und ihrer Angehörigen zu, Gedächtnisprobleme im Rahmen des normalen Alterns von Anzeichen für Alzheimer zu unterscheiden – mehr Informationen für Betroffene und Angehörige sowie bessere Schulungen für Ärzte und Pflegepersonal tun hier Not.

„Nicht jeder Mensch mit leichten kognitiven Problemen wird Alzheimer entwickeln“, beschwichtigt Dr. Jennie Ward Robinson, Direktorin für medizinische und wissenschaftliche Belange bei der Alzheimer’s Association. „Aber deutliche Gedächtnisprobleme sollten ein Signal sein, einen Arzt aufzusuchen. Ein früher Nachweis kann die Lebensqualität verbessern, für die Betroffenen wie für ihre Angehörigen.“

Die Alzheimer’s Association ist für Millionen Alzheimer-kranke Amerikaner Anlaufstelle in puncto Information und Unterstützung. Als der größte private Kapitalgeber hat sie 138 Millionen Dollar für die Erforschung der Krankheit bereit gestellt und ist auch die Veranstalterin der derzeit laufenden Konferenz.

mc | MedCon Health Contents AG

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