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Jenaer Persönlichkeitskonferenz: Impulsivität bremst Intelligenz

24.07.2002


Von der 11. Europäischen Konferenz zur Persönlichkeit an der Universität Jena

Hätte Einstein dauernd Wutanfälle gehabt, wäre er vielleicht nie auf die Relativitätstheorie gekommen. Stark ausgeprägte Impulsivität steht nämlich hohen Intelligenzleistungen im Weg, hat Prof. Dr. Karl Schweizer vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt am Main herausgefunden. Im Rahmen der 11. Europäischen Konferenz zur Persönlichkeit an der Universität Jena leitete der Psychologe das Symposium "Intelligence Research". Dort wurde auch die Studie vorgestellt. Ihr Ergebnis ist wichtig im Hinblick auf die Therapie von hyperaktiven Kindern, deren schulische Leistungen oft hinter ihrer geistigen Begabung zurückbleiben.

Intelligenz ist die Fähigkeit, geistige Aufgaben zu bewältigen. Sie hilft dem Menschen nicht nur beim Lösen abstrakter Probleme, sondern ist auch eine unverzichtbare Voraussetzung für erfolgreiches soziales Handeln. Dem Facettenreichtum des Phänomens "Intelligenz" entspricht ein breites Spektrum wissenschaftlicher Ansätze, die das menschliche Denken ergründen wollen.

Nachdem sich die Intelligenz-Forschung lange damit beschäftigt hat, ihren Gegenstand möglichst exakt zu bestimmen und zu messen, steht neuerdings eine andere Frage im Vordergrund: Wie kommen außergewöhnlich hohe Intelligenzleistungen zustande? Was versetzt Menschen in die Lage, Sinfonien zu komponieren, Simultanschach zu spielen oder komplizierte Naturerscheinungen in einfache mathematische Gleichungen zu übersetzen - und was hindert sie daran?

Neben dem Beitrag von Prof. Schweizer gab es dazu auf dem Jenaer Psychologen-Kongress noch andere, teils überraschende Antworten: Beispielsweise beschränkt sich die Hirnaktivität von Menschen mit höherer Intelligenz bei der Bearbeitung komplexer Aufgaben auf bestimmte Areale, und zwar bei Männern stärker als bei Frauen. Mit dieser "neuronalen Effizienz" hatte man auch früher schon gerechnet, doch konnte sie erst jetzt nachgewiesen werden. Eine andere Untersuchung bestätigte bisher empirisch gewonnenes Wissen: Versuchspersonen, die sich beim Intelligenztest besser konzentrieren konnten, sammelten mehr Punkte ein. Gut beraten ist also, wer auf dem Weg zum Nobelpreis nicht nur seine Gefühle, sondern auch seine Gedanken unter Kontrolle behält.

Axel Burchardt | idw

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