Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Amerikanische Ureinwohner kommen aus Sibirien

23.11.2007
Wissenschaftlicher Beweis der Völkerwanderung über Bering-Straße

Die Ureinwohner Amerikas sind vor etwa 11.000 Jahren von Sibirien über die Bering-Straße auf den nordamerikanischen Kontinent eingewandert. Was die Forscher bis jetzt immer vermutet hatten, erwies sich demnach als richtig, berichtet ein internationales Forscherteam im Online-Magazin "Public Library of Science Genetics".

Mit populationsgenetischen Methoden konnten die Wissenschaftler, denen auch Forscher der Universität Bern angehören, nachweisen, dass die Besiedelung Amerikas über den nördlichsten Landteil erfolgte und sämtliche Völker der amerikanischen Ureinwohner mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer einzigen Migrationswelle abstammen.

Für die Untersuchungen wurden Genproben von 24 Völkern aus zehn Ländern Nord-, Mittel- und Südamerikas gesammelt und mit jenen anderer Völker, darunter auch mit Menschen aus Sibirien, verglichen. Nach Angaben der Forscher lassen sich daraus Schlüsse über die genetische Vielfalt und Verwandtschaft sowie über Migrationswege der einzelnen Völker ziehen, wie dies die beiden Forscher Laurent Excoffier und Nicolas Ray vom Zoologischen Institut der Universität Bern bestätigen.

Da der Zugang zum amerikanischen Kontinent über die Bering-Straße nur während der letzten Eiszeit erfolgen konnte, erwarteten die Forscher bei den amerikanischen Ureinwohnern eine geringere genetische Vielfalt als bei Völkern anderer Kontinente. Auf anderen Kontinenten konnten sich Migranten an ihrem Ursprungsort mit anderen Völkern vermischen. Ergebnisse haben das auch bestätigt. Zudem weisen die Ureinwohner Amerikas eine weitere genetische Besonderheit auf, die sie von anderen Völkern unterscheidet. Sie besitzen als einzige eine bestimmte Ausprägung eines Gens, die sich bei allen Völkern auf dem ganzen Kontinent findet. Dies lässt den Schluss zu, dass alle Völker von einer einzigen Migrationswelle abstammen, berichtet die Universität Bern.

Interessanterweise fand sich die höchste genetische Vielfalt bei Völkern im nördlichsten Teil Amerikas. Diese nahm gegen Süden immer mehr ab. Die weltweit geringste genetische Vielfalt weisen die weitgehend isolierten Völker Amazoniens und Südostamerikas auf. Diese Unterschiede in der genetischen Diversität sprechen für einen Ursprung der amerikanischen Ureinwohner bei der Bering-Straße im heutigen Alaska. Genetische Vergleiche mit sibirischen Völkern zeigten, dass diese den amerikanischen Ureinwohnern genetisch am nächsten waren. Hier zeigte sich im Norden eine sehr große Ähnlichkeit, die gegen Süden ebenfalls immer mehr abnahm.

Die Wissenschaftler konnten auch zeigen, dass die Völkerwanderung am "neuen Kontinent" zunächst entlang der Pazifik-Küste erfolgte. Erst später erfolgte die Besiedelung des Binnenlands. Dies bestätigte eine Theorie, dass Völkerwanderungen generell eher der Küste entlang als im Inland erfolgten. "Zusammen mit archäologischen, geologischen und linguistischen Daten helfen diese Ergebnisse, ein klareres Bild über die Siedlungsgeschichte Amerikas zu gewinnen", erklärt Excoffier.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unibe.ch
http://www.zoology.unibe.ch

Weitere Berichte zu: Amerika Bering-Straße Kontinent Sibirien Ureinwohner Völker

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Unterschiedliche Erwärmung von Arktis und Antarktis: Forscher sieht Höhenunterschied als Ursache
18.05.2017 | Universität Leipzig

nachricht Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Bewohner der Arktis aus?
18.05.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie