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Innovative Erdbebenskala berücksichtigt ökologische Gesichtspunkte

13.11.2007
Messinstrument soll gezieltere Territorialplanung ermöglichen

Eine Gruppe von Geologie- und Seismologiefachleuten des Istituto per l' Ambiente Marino e Costiero, der staatlichen Agenzia per la Protezione dell' Ambiente e per i Servizi Tecnici und der Università dell' Insubria hat eine neue, nach ökologischen Gesichtspunkten erstellte Erdbebenskala entwickelt. Mit der "Environmental Seismic Intensity Scale" (ESI 2007) werden nicht nur die Schadenspotenziale an Gebäuden und Infrastruktur, sondern auch auf die Umwelt bezogene Aspekte berücksichtigt.

"Ähnlich wie andere seismologische Messsysteme ist ESI 2007 in zwölf Stufen eingeteilt", erklärt die Projektleiterin und IAMC-Mitarbeiterin Sabina Porfido. " Der Unterschied besteht darin, dass die Auswirkungen auf die Natur und Umwelt in detaillierter Weise mitverarbeitet werden. Dazu gehören beispielsweise die Entstehung von Erdspalten, Subsidenzerscheinungen, Bodenverwerfungen oder -brüche, Erdrutsche, hydrologische Veränderungen und Tsunamis."

Die innovative Erdbebenskala ist inzwischen vom der International Union for Quaternary Research (INQUA) anerkannt worden. Zur ihrer Erstellung waren die Daten zahlreicher Erdbeben in Asien (darunter das von 2004 auf Sumatra), Nord- und Südamerika, des Mittleren Osten und Europas untersucht und nach den neuen Kriterien geordnet worden. ESI 2007 kann auch in herkömmliche Erdbebenskalen wie der Mercalli Canacani Sieberg integriert werden.

"Unser Ziel ist ein Messinstrument, das eine genauere Ermittlung seismologisch gefährdeter Gebiete und eine gezieltere Territorialplanung ermöglicht" , so die italienische Wissenschaftlerin weiter. Dadurch könnten künftig mehr Menschenleben gerettet und größere wirtschaftliche Schäden verhindert werden. Ein gutes Beispiel liefere das jüngste Erdbeben in Japan , bei dem beinahe auch das Atomkraftwerk von Kashiwazaki in Mitleidenschaft gezogen worden wäre. Die japanischen Erdbebenexperten hatten zwar ein starkes Erdbeben vorausgesagt, jedoch nicht die davon ausgehenden Erdverschiebungen in Richtung der Nuklearanlage in ihre Berechnungen einbezogen.

Harald Jung | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cnr.it

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