Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Projekt "Bergbau und Umwelt" in Südafrika nimmt Gestalt an

13.11.2007
Einer intensiven Zusammenarbeit von deutschen und südafrikanischen Wissenschaftlern steht nichts mehr im Wege: Bei Gesprächen in Pretoria brachte eine Delegation unter der Leitung des Geologen Prof. Dr. Peter Wycisk von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die Planungen für eine Forschungskooperation zum Thema "Bergbau und Umwelt" voran.

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt und soll helfen, die Folgeschäden des Bergbaus in Südafrika durch gemeinsame Forschungsaktivitäten zu mindern.

"Wir sind sehr zufrieden mit den Arbeitsergebnissen und den sich abzeichnenden Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Nun nimmt das Gesamtprojekt wirklich Gestalt an", erklärte Projektkoordinator Prof. Dr. Peter Wycisk vom halleschen Universitätszentrum für Umweltwissenschaften nach der Rückkehr aus Pretoria. Er hatte aufgrund seiner Afrika-Erfahrung 2005 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung den Auftrag erhalten, das Grundinteresse südafrikanischer Ministerien und Forschungsinstitutionen an gemeinsamen Projekten im Bereich "Bergbau und Umwelt" zu prüfen.

Partner des nunmehr initiierten Pilotprojektes sind das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig-Halle (UFZ), die Rheinisch-Westfälisch Technische Hochschule Aachen und das Chemnitzer Unternehmen WISUTEC. Auf südafrikanischer Seite sind unterschiedliche Teilinstitute der nationalen Großforschungseinrichtung CSIR, Pretoria, sowie einzelne Universitäten, Fachbehörden und Ministerien beteiligt.

... mehr zu:
»Bergbau »Ministerium »Pretoria »Umwelt

Vor dem Hintergrund langjähriger Forschungsprojekte in beiden Ländern im Bereich "Bergbau und Umwelt" soll künftig die gemeinsame Expertise intensiver ausgetauscht und in gemeinsamen Projekten umgesetzt werden. Hauptforschungsinteresse wird der ehemalige Gold- und Kohlebergbau sein. Die interdisziplinär zusammengesetzte deutsch-südafrikanische Delegation hat die betroffenen Regionen nunmehr bereist und die Kernpunkte künftiger Projekte intensiv diskutiert.

Die bisher identifizierten gemeinsamen Arbeitsinteressen sind auf naturwissenschaftliche, ökologische und sozioökonomische Umweltfolgewirkungen des Bergbaus ausgerichtet. Im Rahmen eines mehrtägigen Seminars wurden die südafrikanischen Fragestellungen und Rahmenbedingungen des Altbergbaus und der laufenden Minenbetriebe aus fachwissenschaftlicher und legislativer Sicht erläutert und diskutiert. Dabei standen Fragen zu zukunftsfähigen Technologien zur Minimierung von Umweltauswirkungen, modellbasierten räumlichen Prozessanalysen sowie Wasserbehandlungs- und Sanierungstechniken im besonderen Fokus der Diskussion. Themenübergreifend stehen in der bilateralen Kooperation Personal- und Organisationsentwicklung, die Entwicklung von Kompetenzen und der Technologietransfer auf der Tagesordnung.

Anfang des Jahres 2008 werden bilateral weitere projektspezifische Fragen diskutiert, die das Vorhaben im Sinne eines künftigen deutsch-südafrikanischen Projektrahmens für Forschungen zum Thema "Bergbau und Umwelt" weiter voranbringen sollen.

Die Bergbauindustrie zählt zu den traditionsreichsten Wirtschaftszweigen Südafrikas. Infolge der Förderung von Gold, Diamanten, Kohle und anderen Rohstoffen wuchs das Land zum industriestärksten des Kontinents heran- eine Entwicklung, die vor allem für die Umwelt weit reichende Folgen hat. Dazu zählen hauptsächlich morphologische und hydrogeologische Belastungen ehemaliger Abbaugebiete. Dabei stellen die zunehmend häufiger werdenden Minenschließungen sowohl ein ökologisches als auch sozioökonomisches Thema dar.

Die Interessen der deutschen Wissenschaftler liegen vor allem in der Bearbeitung umwelt- und geowissenschaftlicher Fragestellungen in neuen Anwendungsfeldern. "Im Laufe der vergangenen fünfzehn Jahre hat sich in Mitteldeutschland durch die umfangreichen Rekultivierungs- und Renaturierungsprojekte in ehemaligen Bergbaugebieten ein großes technisches und wissenschaftliches Wissen entwickelt", führt Professor Peter Wycisk aus. Vor allem in Ostdeutschland sei es nach der Wende zu umfangreichen Bergbausanierungen gekommen, um Umweltschäden zu begrenzen oder zu mindern. Die technischen Lösungen dieses Transformationsprozesses sollen nun mit den südafrikanischen Kollegen diskutiert und gemeinsam angewendet werden.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Peter Wycisk
Tel.: 0345 55 26134
E-Mail: peter.wycisk@geo.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Berichte zu: Bergbau Ministerium Pretoria Umwelt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen
24.05.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V. (TROPOS)

nachricht Unterschiedliche Erwärmung von Arktis und Antarktis: Forscher sieht Höhenunterschied als Ursache
18.05.2017 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten