Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WaReLa - Optimierter Wasserrückhalt in der Fläche durch angepasste Landnutzung

08.11.2007
Soll die Hochwassergefahr präventiv und vor allem nachhaltig bekämpft werden, müssen ergänzend zum traditionellen technischen Hochwasserschutz neue Maßnahmen zum Einsatz kommen, die auch in der Fläche wirken.

Ein Thema, das nicht nur regional oder gar national, sondern auch global von großer Bedeutung ist. Dies zeigte sich an dem regen Interesse eines internationalen Publikums an der Wissenschaftskonferenz "Integrated Catchment Management for Hazard Mitigation" der Universität Trier.

Derzeit ist das Projekt "Wasserrückhalt durch angepasste Landnutzung" (WaReLa) im Rahmen des Förderprogramms INTERREG IIIB das einzige, das sich gezielt mit dem Thema Hochwasserschutz in der Fläche und in kleinen und mittleren Einzugsgebieten auseinandersetzt. Ziel ist die Erarbeitung eines präventiven Methodenkanons für die Raumnutzungskategorien Forst- und Landwirtschaft sowie Siedlung und Verkehr. Vor diesem Hintergrund hatte sich das Projekt einer Vielzahl von Herausforderungen zu stellen: Diese resultieren aus der Komplexität des Themas und aus der Tatsache, dass teils sehr unterschiedliche Akteure und Interessen aus Planung, Politik und Öffentlichkeit aufeinander abgestimmt werden müssen. Zusätzlich gilt es, jede Planungsregion individuell, unter Berücksichtung aller relevanten Faktoren (Boden, Relief etc.), zu betrachten, um vor Ort zur Umsetzung langfristiger Hochwasserschutzmaßnahmen beizutragen, die an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst sind und sich an den Zielen der Raumplanung orientieren.

Um diesen Anforderungen und dem hohen Bedarf an Kommunikation und internationalem Wissenaustauschs gerecht zu werden, lud die Abteilung Fernerkundung der Universität Trier zusammen mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF) im Rahmen des WaReLa-Projektes zu der Konferenz "Integrated Catchment Management for Hazard Mitigation" ein. Dabei trafen im September 2007 in den Räumen der katholischen Akademie in Trier über 70 namhafte Vertreter aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung, Politik und Praxis zusammen. Gemeinsam diskutierten die internationalen Teilnehmer, die beispielsweise eigens dafür aus Nepal oder Sri Lanka anreisten, über Bedeutung, Aktualität und Lösungsansätze des integrativen Hochwasserschutzes. Ian Calder (Hochwasserexperte, CLUWRR, Universität Newcastle, GB) unterstrich deutlich, dass es "sich bei dieser Problematik definitiv um eine europäische, wenn nicht gar globale Aufgabe handelt. Die Entwicklung entsprechender Methoden ist eine Herausforderung, der sich alle Beteiligten international zu stellen haben." Somit bot die Konferenz die Möglichkeit Erfahrungen und Lösungswege internationaler und transnationaler Zusammenarbeit beim vorbeugenden Hochwasserschutz auszutauschen.

Juliane Albrecht (Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR), Dresden, D) betonte "die enorme Wichtigkeit langfristiger transnationaler Kooperationen in den Bereichen der räumlichen Planung und des präventiven Hochwasserschutzes. Schließlich lassen sich Flüsse weder an administrative noch an politische Grenzen binden." Albrecht machte weiterhin deutlich, "dass es geeigneter Regeln und Gesetzte bedarf, um gemeinsame, weltweite Ziele in die national rechtlichen Rahmenbedingungen für alle sinnvoll und langfristig einzubetten." So hat WaReLa beispielsweise zu Beginn der Projektarbeit eine spezielle Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich ausschließlich mit dieser Thematik auseinandersetzt.

Präventiver Hochwasserschutz in der Fläche sollte jedoch nicht ausschließlich auf Wissenschaftskonferenzen diskutiert, sondern vor allem mit lokalen Akteuren vor Ort erarbeitet werden. Diese Tatsache ist dem Projekt WaReLa ein großes Anliegen; so fand bereits im September 2006 ein Transferworkshop für alle beteiligten Akteure in der Region statt, aus dem eine enge Kooperation mit der Verbandsgemeinde Trier Land entstanden ist. In naher Zukunft wird zudem eine Machbarkeitsstudie für das Gebiet um Welschbillig erarbeitet, in der es darum geht, wie wissenschaftliche Erkenntnisse und die übrigen Projektergebnisse in ein nachhaltiges Einzugsgebietsmanagement umgesetzt werden können, damit die Praxis einen entscheidenden Nutzen daraus ziehen kann. Der Auftrag dafür wurde an das Unternehmen ihg consulting aus Spiesen-Elversberg vergeben. Konkret gilt es nun zu klären, welche Werkzeuge zur Umsetzung benötigt werden und wie geeignete Maßnahmen im Sinne der beteiligten Akteure implementiert werden können.

Eine schriftliche Zusammenfassung der Vorträge im Rahmen der Konferenz kann unter dem Link: http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2007/438/ abgefragt werden.

Weitere Informationen zu dem Projekt und der Konferenz finden Sie unter http://www.warela.eu.

Kontakt:
Universität Trier
Fachbereich VI - Geographie/Geowissenschaften
Stephan Seeling/ Inga Gellweiler
Fach Fernerkundung
EU-Projekt WaReLa
D - 54286 Trier
Email: warela@uni-trier.de

Heidi Neyses | idw
Weitere Informationen:
http://www.warela.eu
http://ubt.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2007/438/

Weitere Berichte zu: Hochwasserschutz WaReLa Wasserrückhalt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Forscher gehen Sumatra-Erdbeben auf den Grund
29.05.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht Neue Erkenntnisse zum Meeresspiegel-Anstieg
26.05.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise