Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Experten finden Ursachen für Tsunamis

24.04.2002



US-Forscher: Kubikkilometer große Erdrutsche am Meeresgrund führen zu Flutwellen

Ein internationales Wissenschaftsteam hat mit Hilfe von Mikrophonen und einer Simulation das Rätsel um den tödlichen Tsunami, der 1998 in Papua Neuguinea mit einem Schlag mehr als 2.100 Menschen getötet hat, geklärt: Sedimentverschiebungen, nicht das Seebeben waren für die verheerenden Flutwellen verantwortlich, schreibt die New York Times in ihrer aktuellen Ausgabe.

Ein 45 Sekunden langes niederfrequentes Getöse, viel zu niedrig, um vom menschlichen Ohr vernommen zu werden, wurde von einem Mikrofon nahe der zentralpazifischen Insel Wake am 17. Juli 1998 aufgenommen. Das Geräusch stammt von einem unterseeischen Erdrutsch, der mehr als 1,6 Kubikkilometer Sediment ins Rutschen brachte. Daraufhin folgten mehrere bis zu zehn Meter hohe Flutwellen, die mehrere Ortschaften in Papua Neuguinea völlig zerstörten. Die Forscher fürchten, dass es an mehreren Stellen des Kontinentalschelfs zu solchen Erdrutschen kommen kann. So wurden in der Monterey-Bucht vor der Küste Zentral-Kaliforniens einige Stellen entdeckt, die tiefe Risse aufwiesen und die in Zukunft abrutschen könnten.

Unbekannt ist, wie oft solche Abrutsche tatsächlich passieren und wie schnell sie sich in Tsunamis verwandeln können. "Kleine Erdrutsche führen sicherlich nicht zu solchen gefährlichen Flutwellen. Wenn aber Vulkane mitten im Ozean teilweise kollabieren, können Wellen von gigantischen Ausmaßen ganze Küstenstriche vernichten", so Emile A. Okal, Geologe an der Universität in Evanston, Illinois. "Solche Katastrophen passieren aber extrem selten, alle hunderttausend Jahre einmal."

Kurz nach dem Tsunami, der in Papua Neuguinea so viele Menschenleben forderte, fanden die Wissenschaftler heraus, dass etwas an dieser Katastrophe unüblich war: Ein Seebeben mit der Stärke 7 hat die Wellen angekurbelt. Aber solche Beben sind in dieser Gegend nicht außergewöhnlich. Aber nur 1998 gab es diesen fürchterlichen Tsunami, der einen Küstenstreifen von 24 Kilometer völlig zerstörte. Ortschaften wenige Kilometer östlich oder westlich davon waren nicht davon betroffen. Das ließ einige Forscher zum Schluss kommen, dass das Erdbeben den Erdrutsch auslöste, der dann zu den Flutwellen führte. Andere Wissenschaftler meinten, dass dies nicht richtig sei, da das Beben schon 20 Minuten vor den Flutwellen stattgefunden hat. Außerdem fand Okal heraus, dass Erdbeben ähnlich niederfrequente Geräusche von sich geben. Diese dauern aber maximal zehn Sekunden. Okal und sein Team kamen zum Schluss, dass die Geräusche durch den Erdrutsch entstanden, der 13 Minuten nach dem Beben stattfand. Dieser hat dann letztendlich die großen Wellen verursacht.

Wolfgang Weitlaner | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.nytimes.com/2002/04/23/science/earth/23TSUN.html

Weitere Berichte zu: Beben Erdrutsch Flutwelle Geräusch Tsunami Welle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht Riesenfaultier war Vegetarier - Ernährung des fossilen Megatheriums entschlüsselt
18.04.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen