Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Schauer von Mikrometeoriten, eingeschlossen im Herzen der Antarktis

18.10.2007
Sind heute der Mensch und die Natur die aktuellen Protagonisten des nunmehr berühmten Klimawandels unseres Planeten, könnte es sein, dass in vergangenen Zeiten außerirdische Akteure eine wichtige Rolle bei den Klimazyklen gespielt haben.

Französische und italienische Forscher haben zwei Schichten von fossilen Mikrometeoriten im Eiskern der EPICA Eisbohrung auf der antarktischen Concordia Station entdeckt, deren Alter (über 400.000 Jahre) dem Auftreten eines klimatischen Übergangs entspricht.

Diese Entdeckung könnte die Diskussion über die Rolle des um die Sonne kreisenden Meteoritenstaubs auf die großen Klimazyklen des Quartärs neu entfachen.

Der Magnesiumgehalt der Silikate bestätigt es: die beiden Staubschichten im Eiskern, die mit bloßem Auge zu erkennen sind, sind extraterrestrischer Herkunft.

Die Konzentration außerirdischer Teilchen in diesen beiden Schichten ist 10.000 bis 100.000 Mal größer als die durchschnittliche Menge außerirdischen Materials, dass normalerweise pro Jahr auf die Antarktis niedergeht. Nie wurde eine so hohe Konzentration in einem Eiskern entdeckt.

Laut der Forscher haben die beiden Mikrometeoriten-Schauer vor 434.000 und 481.000 Jahren stattgefunden, das heißt in einem „kurzen“ zeitlichen Abstand von ungefähr 50.000 Jahren, was eine weitere Besonderheit dieser Entdeckung darstellt. Die Forscher könnten diese beiden Staubstreifen zur stratigrafischen Zuordnung nutzen, da ihre Spuren in anderen Eiskernen festzustellen sein müssten, wenn die Mikrometeoriten aus der Explosion eines Meteors hervorgegangen sind.

Darüber hinaus haben die Forscherteams ermittelt, dass der Zeitpunkt dieser
Mikrometeoriten-Schauer mit dem so genannten „Mid Brunhes“ Klimaübergang zusammengefallen sein müsste. Seit dieser Zeit wurden die Abstände zwischen den Eiszeiten und den Zwischeneiszeiten länger und die Zwischeneiszeiten länger und wärmer. Bleibt die Frage zu klären, ob dies nur ein Zufall ist oder ob der Meteoritenstaub wirklich Einfluss auf unseren Klimazyklus nimmt.
Kontakt: Jean Robert Petit, Labor für Glaziologie und Umwelt-Geophysik (LGGE)
54, rue Molière, 38402 Saint Martin d’Hères CEDEX
@ petit@lgge.obs.ujf-grenoble.fr
+33 4 76 82 42 44
http://www-lgge.ujf-grenoble.fr/
Quelle: Pressemitteilung des französischen Polarinstitutes Paul Emile Victor (PEV),´28.09.2007

Redakteurin: Mathilde Renault, mathilde.renault@diplomatie.gouv

Wissenschaft-Frankreich (N° 129 vom 17.10.2007)
Französische Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

| Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Berichte zu: Antarktis Eiskern Klimazyklus Meteoritenstaub Mikrometeorit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie