Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tiefsee-Schwammriffe leben von Methan

02.08.2007
Forscher entdecken seltene Riffe vor der US-Westküste

Eigentlich waren die Forscher davon ausgegangen, dass riffbildende Glasschwämme seit etwa 100 Mio. Jahren ausgestorben waren. Nun hat das Wissenschaftsteam um Paul Johnson von der University of Washington vor der Westküste Amerikas ein solches Riff entdeckt. Zuvor war ein ähnliches Riff vor der kanadischen Westküste bekannt geworden - allerdings unterscheidet sich das amerikanische Riff dadurch, dass die Lebewesen offensichtlich von Methan leben, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

Das von Johnson entdeckte, 200 Meter unter der Wasseroberfläche liegende Schwammriff erhebe sich mitten aus einer Umgebung, in der der Meeresboden nicht gerade üppig besiedelt ist. "Das Riff hingegen, das wir entdeckt haben, ist voller Leben", so Johnson. Hier fanden sich Sardinen, Krabben, Garnelen, Rifffische und Zooplankton. "Wenn man das Riff ansieht, glaubt man, es handelt sich um ein dicht besetztes Aquarium in einem teuren japanischen Restaurant", erklärt Johnson. Was die Wissenschaftler erstaunt, ist die Tatsache, dass nahe des Riffs Methan aus dem Meeresboden austritt. Spezielle Bakterien ernähren sich offensichtlich von Methan und umgekehrt ernähren sich die Schwämme von diesen Bakterien.

"Das trifft auf die uns bekannten kanadischen Riffe definitiv nicht zu", so Johnson, der glaubt, eine sensationelle Neuentdeckung gemacht zu haben. "Das ist ein völlig neues Ökosystem, wo viele Lebewesen vom Methan abhängig sind", erklärt der Wissenschaftler. Zwar sind den Forschern einige der Glasschwamm-Arten bekannt, allerdings handelt es sich dabei Spezies, die keine Riffe bilden. Es war eine Weltsensation, als die Wissenschaftler 1991 von den Glasschwammriffen berichteten. Damals glaubten die Forscher, dass diese nur in ökologischen Nischen überleben konnten. Auch das scheint in der Zwischenzeit nicht mehr zu stimmen, denn die US-Schwämme leben im offenen Wasser und sind den kalten Winterstürmen ausgesetzt und damit keineswegs geschützt.

... mehr zu:
»Lebewesen »Methan »Riff »Westküste

Glasschwämme gehören zu den ältesten vielzelligen Tieren der Erdgeschichte. Sie wurden in etwa 545 Mio. Jahre alten Gesteinsschichten nachgewiesen. Vor etwa 200 Mio. Jahren waren diese Schwämme am weitesten verbreitet. Forscher berichten darüber, dass damals ein fast 7.000 Kilometer langer Schwammriffgürtel vom heutigen Kaukasus über Rumänien, Süddeutschland, die Iberische Halbinsel bis an die heutige Küste Neufundlands reichte. Die Schwammriffe bildeten ähnliche Riffe, wie dies heute Korallen machen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.washington.edu

Weitere Berichte zu: Lebewesen Methan Riff Westküste

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Rest-Spannung trotz Megabeben
13.12.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien
13.12.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften