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Langsamer Golfstrom bremst Treibhauseffekt

04.04.2007
Forschungsschiff untersucht subpolaren Tiefenwasserrückgang

Die Wassermassen des subpolaren Nordatlantik geben Klimaforschern seit längerer Zeit ein Rätsel auf. "Seit 1997 ist das nordatlantische Tiefenwasser auf 30 Prozent seines ursprünglichen Wertes zurückgegangen", erklärt Monika Rhein von der Universität Bremen im pressetext-Interview. Ein Forschungsschiff soll nun in einer groß angelegten Vermessungsexpedition neue Hinweise sammeln, ob dieser Rückgang klimatisch bedingt ist oder im Rahmen eines natürlichen Schwankungsbereichs auftritt.

Das kalte Tiefenwasser ist Teil der atlantischen Umwälzbewegung, die unter anderem dafür sorgt, dass das warme salzreiche Subtropenwasser des Atlantiks seinen Weg ins Europäische Nordmeer findet. "Sinkt weniger kaltes und schweres Wasser im Nordatlantik ab, verlangsamt sich auch die Gesamtzirkulation der Wassermassen. Für Europa hat die Abschwächung des Golfstroms eine klimatische Abkühlung zur Folge", meint Rhein. Die prognostizierte Erwärmung durch den Treibhauseffekt werde letztlich zwar überwiegen, im Vergleich zu anderen Regionen der Erde falle der Temperaturanstieg in unseren Breitengraden dadurch aber geringer aus, so die Wissenschaftlerin.

Nicht bewiesen ist freilich noch, ob der Rückgang des Tiefenwassers auf den vom Menschen herbeigeführten Klimawandel zurückzuführen ist. Eine verbreitete wissenschaftliche Theorie geht davon aus, dass durch die milderen Winter weniger kaltes Wasser erzeugt wird, das durch seine geringere Schwere auch weniger tief absinkt. Die auf vorhandenen Messdaten beruhenden Zeitreihen sind derzeit aber noch nicht ausreichend, um natürliche Schwankungen von Veränderungen zu trennen, die auf menschliche Einflüsse zurückzuführen sind.

Bei den Messungen greifen die Wissenschaftler neben Langzeitsensoren zur Tiefenwassermessung auch auf Satellitenbilder zurück, die zur Beobachtung der Oberflächenströme eingesetzt werden können. "Die zur Verfügung stehende Technologie zur Erforschung derartiger Phänomene hat in den vergangenen Jahrzehnten natürlich enorme Fortschritte gemacht. Mussten Sensoren früher einmal pro Jahr ausgetauscht werden, können diese nun fünf Jahre lang eingesetzt werden", so Rhein. Und auch die Verknüpfung der Satellitendaten von der Wasseroberfläche mit den Tiefenwasserdaten habe wichtige Aufschlüsse über die klimarelevanten Abläufe der atlantischen Umwälzbewegung geben können.

Martin Stepanek | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ocean.uni-bremen.de

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