Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie kam das Leben auf die Erde?

04.04.2007
Stammt das Leben aus dem All? Entwickelten sich die ersten Lebensformen nicht auf der Erde, sondern wurden mit einem Gesteinsbrocken aus dem All auf den Planeten geschleudert? Untersuchungen zeigen, dass Mikroben eine solche Reise überleben können.

Denkt man an Lebewesen von anderen Planeten, so erscheinen - beeinflusst von der Filmindustrie - grüne Marsmännchen, ET-ähnliche Wesen und Klingonen vor dem inneren Auge. Mit Ufos durchqueren sie das All, landen auf der Erde und nehmen sie in Besitz. Ähnliches könnte vor langer Zeit passiert sein: Die "Ufos" könnten Gesteinsbrocken gewesen sein, die bei einem Meteoriteneinschlag aus einem Planeten geschlagen wurden, seine "Besatzung" Mikroben. Das vermutet die Panspermia-Hypothese. Doch angenommen, es gäbe Mikroben auf anderen Planeten, etwa dem Mars, würden sie die hohen Drücke aushalten, die entstehen, wenn ein Meteorit auf ihren Planeten donnert und ihr steinernes Ufo ins All schleudert? Schwer vorstellbar, denn immerhin können sie bis zum 500 000-fachen des Atmosphärendrucks auf der Erde betragen.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik, Ernst Mach Institut EMI sind dieser Frage erstmals systematisch nachgegangen: "Wir simulieren die Druckwelle, die auf dem Mars beim Einschlag eines Meteoriten entsteht", sagt Dr. Ulrich Hornemann, der die Experimente am EMI leitet. "Dazu detonieren wir einen Sprengstoffzylinder, der eine Metallplatte beschleunigt. Diese Metallplatte wiederum trifft auf einen Probenbehälter aus Stahl, in dem zwei dünne Gesteinsplättchen eingebaut sind, zwischen denen sich eine Schicht aus Mikroben befindet." Kracht die Metallplatte auf den Probenbehälter, wird eine Druckwelle erzeugt, die durch die Gesteinsplättchen und die Mikrobenschicht hindurch läuft. Das Erstaunliche: Selbst bei 400 000-fachem Atmosphärendruck überlebten etwa ein Zehntausendstel der Mikroben den Aufprall der Metallplatte. Der Hauptgrund dafür: Der unwirtliche Druck dauert nur einige Sekundenbruchteile an - ähnlich wie beim Einschlag eines Meteoriten.

Da das Gestein, dass durch den Meteoriten herausgeschlagen wird, meist kleine Spalten und Risse aufweist, haben die Experten zudem porösen Stein als "Ufo" untersucht. Das Ergebnis: Auch hier überleben die Mikroorganismen. Die Poren in den Meteoriten bieten den kleinen Lebewesen noch einen anderen Vorteil: Je mehr und je tiefere Löcher das Gestein aufweist, desto besser können sie sich auf ihrer Reise durch das All vor UV-Strahlung, dem Sonnenwind und der Eiseskälte verkriechen - und desto größer sind die Überlebenschancen. Das haben die Projektpartner vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR herausgefunden. "Das Leben auf der Erde", sagt Hornemann, "kann somit von anderen Planeten übertragen worden sein."

Dr. Janine Drexler | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2007/04/Mediendienst42007Thema5.jsp

Weitere Berichte zu: Mars Metallplatte Meteorit Mikrobe Planet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas
20.04.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Von GeoFlow zu AtmoFlow
20.04.2018 | Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics