Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

In der Arktis wird das Eis dünn

30.03.2007
ESA-Satellit soll ab 2011 Daten für zuverlässigere Klimamodelle liefern

Der milde Winter hat dazu geführt, dass sich in der Arktis nur sehr wenig Eis gebildet hat. Das ist das Ergebnis einer Forschungsexpedition von Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI)und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Die Forscher hatten das arktische Meereis im März dieses Jahres von Forschungsflugzeugen aus kartiert. "Das Meereis in der Antarktis spielt im Klimawandel eine wichtige Rolle", sagt Jörg Hartmann vom AWI auf Nachfrage von pressetext. Die Untersuchungen der Forscher sind Teil des internationalen Forschungsprojekt IceSAR. Dieses dient als Grundlage für einen geplanten Satellitenradar, der neben dem Meereis auch Veränderungen der Vegetation erfassen soll.

Die durchschnittliche Eisausdehnung in der Arktis hat sich in den vergangenen Jahren stark reduziert. "Dadurch wird auch immer weniger Sonnenenergie vom Eis in den Weltraum reflektiert, so dass die Temperaturen in der Arktis weiter steigen," sagt Hartmann. "Normalerweise ist Spitzbergen im Winter weitgehend vom Eis umschlossen und die Fjorde sind zugefroren." In diesem Jahr mussten die Forscher dagegen bis an die Grenzen ihrer Reichweite fliegen, um ausreichend Messdaten erfassen zu können. "Im Mittelpunkt der Analyse des Meereises standen die Austauschprozesse zwischen dem Eis und der Atmosphäre", sagt Hartmann.

Mit dem Projekt IceSAR legen die Wissenschaftler die Grundlage für eine Verbesserung der Beobachtungsmethoden durch einen Satellitenradar. Denn die Kampagne liefert Daten für die technische Ausrüstung des ESA-Satelliten Sentinel-1, dessen Radarsystem ab 2011 auch die Einzugsgebiete der Arktis beobachten sollen. Das langfristige Ziel ist, die Klimamodelle zu verbessern und damit bessere Modelle für die Auswirkungen der globalen Erderwärmung zu entwickeln. "Die Modelle sind sich in ihren Prognosen für die zukünftige Entwicklung zwar durchaus einig", sagt Hartmann. "Strittig ist allerdings, wie stark der Temperaturanstieg ausfallen wird."

Christoph Marty | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.awi.de/de/
http://www.dlr.de/dlr

Weitere Berichte zu: Arktis IceSAR Klimamodell Meereis Satellitenradar

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe
06.12.2016 | Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

nachricht Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie