Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Polargebiete erforschen, Klima verstehen

26.02.2007
Am 1. März beginnt das Internationale Polarjahr 2007/08

Wenn mehr als 50.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in die abgelegendsten Gebiete der Erde aufbrechen, ist dies ein Großereignis, das überall auf der Welt Aufsehen erregt.

Über 60 Nationen bündeln ihre Kräfte, um in Eis und Schnee das Klima zu erforschen. Am 1. März wird sich eine Welle von Eröffnungsveranstaltungen über die Erde ziehen: von Japan und Australien, über China, Europa bis nach Brasilien. In Deutschland wird der Start des Internationalen Polarjahres am 1. März in Berlin gefeiert. Hier werden nicht nur die wichtigsten Forschungsprojekte vorgestellt und live in die Arktis geschaltet, sondern auch die Gewinner des Jugend-Malwettbewerbs zum Thema: "Wie stellen sich Kinder die Polargebiete der Erde vor?" bekannt gegeben.

Das System Erde und Klima zu verstehen, ist eine unserer größten Herausforderungen. Die Polargebiete nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Hier zeigt sich der Klimawandel mit seinen ökologischen und ökonomischen Folgen schon heute besonders deutlich. Das Abschmelzen der Eismassen der Arktis führt dazu, dass die dort lebenden Menschen und Tiere ihre gewohnten Lebensweisen aufgeben müssen. Eisbären finden weniger Eisschollen, die Rentierherden der Nomadenvölker versinken im Schlamm. Allerdings werden auch neue Seewege erschlossen, die bislang von Meereis versperrt waren. Das Internationale Polarjahr 2007/08 fällt in eine Zeit, in der die Diskussion um den Klimawandel in den Medien und in den Köpfen der Bevölkerung fest verankert ist. Der gerade veröffentlichte Weltklimabericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) zeigt einmal mehr, dass wir unser Klima dramatisch verändern. "Dass gerade jetzt eine der größten international koordinierten Forschungskampagnen in den Polargebieten stattfindet, ist eine einmalige Chance. Nur wenn wir das globale Klima verstehen, können wir gute Vorhersagen machen und uns auf mögliche Veränderungen angemessen vorbereiten", sagt Prof. Dr. Reinhard Dietrich, Vorsitzender der Deutschen Kommission für das Internationale Polarjahr.

... mehr zu:
»Antarktis »Arktis »Polargebiet »Polarjahr

Polargebiete als Klimaindikatoren

Ziel des Internationalen Polarjahres ist es, die Rolle der Arktis und Antarktis für das Klima und die Ökosysteme der Erde zu untersuchen. Schmilzt das Festlandeis, steigt der Meeresspiegel und große Küstengebiete werden unbewohnbar. Tauen die Dauerfrostgebiete, werden riesige Mengen des Klimagases Methan freigesetzt. Ökosysteme verändern sich, Pflanzen, Tiere und auch der Mensch müssen sich anpassen oder werden verdrängt. Wir können aber nur dann auf Umweltveränderungen reagieren, wenn wir die Zusammenhänge kennen und gute Vorhersagen machen können. Dazu sind Daten nötig, die das heutige und das vergangene Klima wiedergeben. Dazu ist eine Vielzahl von Expeditionen notwendig. Im ewigen Eis ist die Klimageschichte von Hunderttausenden von Jahren gespeichert. Aus winzigen Einschlüssen im Eis und aus den Sedimenten des Meeresbodens können die Wissenschaftler das Klima der Vergangenheit rekonstruieren.

Die größte internationale Forschungskampagne der letzten 50 Jahre
Trotz ihrer großen Bedeutung sind die Polargebiete noch weitgehend unerforscht. Dies liegt zum einen am hohen logistischen Aufwand, der notwendig ist, um in den lebensfeindlichen Gebieten der Arktis und Antarktis zu leben und zu arbeiten. Zum anderen gibt es zwischen einzelnen Staaten manchmal unterschiedliche Prioritäten, die eine Zusammenarbeit erschweren können. Das Polarjahr 2007/08 bietet nun eine einmalige Gelegenheit, das Wissen, das Können und die logistischen Möglichkeiten von Instituten und Universitäten aus mehr als 60 Ländern zu bündeln, um gemeinsam einen wissenschaftlichen Durchbruch in der Polar- und Klimaforschung zu erreichen. Die gewonnenen Daten werden beispielsweise für alle zugänglich und einsehbar sein. Erstmals werden in großem Ausmaß die Öffentlichkeit und besonders die Schulen mit in die Forschungskampagnen eingebunden. Damit soll nicht nur ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie bedeutend die Polargebiete für unser Klima sind, sondern auch eine neue Generation von Wissenschaftlern für die Forschung begeistert werden.

Von Entdeckungsreisen zu internationalen Forschungskampagnen

Die international koordinierte Polarforschung begann vor 125 Jahren mit dem ersten Internationalen Polarjahr 1882/83, eine Initiative des aus Hessen stammenden Carl Weyprecht. Dass mehrere Nationalstaaten sich zusammenschlossen, um gemeinsam ein Forschungsvorhaben durchzuführen, war damals eine Sensation. Zuvor dienten die gefährlichen Expeditionen vor allem dem Ruhm und den politischen und wirtschaftlichen Interessen einzelner Länder: Neue Gebiete sollten beansprucht und Seewege entdeckt werden. Jetzt erkannte man jedoch die Notwendigkeit der internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit. Auf das erste Internationale Polarjahr folgte das zweite Internationale Polarjahr (1932/33) und das Internationale Geophysikalische Jahr (1957/58). Diese großen wissenschaftlichen Ereignisse erbrachten mit einer Vielzahl von Expeditionen, der Errichtung neuer Forschungsstationen und international koordinierter Beobachtungsprogramme entscheidende Kenntnisfortschritte über die Polarregionen. Das Internationale Polarjahr 2007/08 will an diese Tradition anknüpfen. Es wird getragen durch den Internationalen Wissenschaftsrat (ICSU - International Council for Science) und die Welt-Meteorologische Organisation (WMO - World Meteorological Organisation).

Eröffnungsveranstaltung in Deutschland

Das Internationale Polarjahr wird mit einer Veranstaltung am 1. März um 10 Uhr in Berlin im Langenbeck-Virchow-Haus eröffnet. Zahlreiche Wissenschaftler werden über ihre Projekte sprechen und einen Eindruck von der Vielfalt der Forschungsvorhaben im Polarjahr geben. Eine Live-Schaltung zur deutsch-französischen Arktis-Forschungsstation sowie eine Präsentation der neuen Antarktis-Forschungsstation Neumayer-Station III gehören ebenfalls zum Programm. Die Einbindung von Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiges Anliegen im Polarjahr. Bei der Eröffnungsveranstaltung werden einige Aktivitäten für Schulen vorgestellt und die Preisträger des Malwettbewerbs "Wie stellen sich Kinder die Polargebiete der Erde vor?" geehrt. Zahlreiche der eingesandten Bilder werden zu sehen sein.

Ihre Ansprechpartnerin in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Alfred-Wegener-Instituts ist Dr. Susanne Diederich (Tel: 0471 4831-1376, E-Mail: Susanne.Diederich@awi.de). Ihre Ansprechpartner in der Deutschen Kommission für das Internationale Polarjahr sind Prof. Dr. Reinhard Dietrich (Tel: 0351-463-34652, E-Mail: Reinhard.Dietrich@tu-dresden.de) und Dr. Eberhard Fahrbach (Tel: 0471-4831-1820, E-Mail: Eberhard.Fahrbach@awi.de).

PRESSEKONFERENZ: Pressevertreter sind am 1. März um 12 Uhr im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin zu einer Pressekonferenz eingeladen. Bitte melden Sie sich bei Dr. Martina Kunz-Pirrung an: Tel: 0471-4831-1236, E-Mail: Martina.Kunz-Pirrung@awi.de.

Eröffnungsveranstaltung: Das Programm der deutschen Eröffnungsveranstaltung und eine Zusammenstellung der vorgestellten Forschungsprojekte mit den jeweiligen Ansprechpartnern finden Sie unter http://www.polarjahr.de/Eroeffnungsveranstaltung.193.0.html

Eine internationale Schulaktion zum Start des Polarjahres finden Sie unter:
http://www.ipy.org/index.php?/ipy/detail/ipy_2007_2008_school_launch_event/
http://www.polarjahr.de/Breaking-the-Ice.218.0.html
Eine Übersicht über die weltweiten Eröffnungsveranstaltungen finden Sie unter: http://www.ipy.org/index.php?/ipy/detail/launch/

Infos zur Geschichte der Polarforschung finden Sie unter: http://www.polarjahr.de/Geschichte-1882-1958.63.0.html

Eine Liste der Forschungsprojekte sortiert nach Themen finden Sie unter: http://www.polarjahr.de/Forschungsprojekte.26.0.html

Schnittmaterial für Fernsehbeiträge finden Sie unter http://www.polarjahr.de/Filme.142.0.html
http://www.iwf.de/IWF/Faecherinfos/Umweltwissenschaften/Polarstern_
Expedition.htm
Aktuelle Berichte von Expeditionen finden Sie unter:
http://www.polarjahr.de/Expeditionsberichte.38.0.html
http://blogs.dw-world.de/polarstern/
Das internationale Polarjahr-Komitee hat einen Text über die Bedeutung und die Ziele des Polarjahres verfasst, der hier herunter geladen werden kann:
http://www.ipy.org/index.php?/ipy/detail/the_scope_of_science_for_the_
international_polar_year/
Ansprechpartner aus der Deutschen Kommission für das Internationale Polarjahr finden Sie unter: http://www.polarjahr.de/Deutsche-Kommission.17.0.html

Eine Liste der am Polarjahr beteiligten deutschen Institute und Universitäten finden Sie hier: http://www.polarjahr.de/Institute.144.0.html

Eine Übersicht über Veranstaltungen im Polarjahr finden Sie hier:
http://www.polarjahr.de/Veranstaltungen.40.0.html
Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Margarete Pauls | idw
Weitere Informationen:
http://www.polarjahr.de
http://www.ipy.org

Weitere Berichte zu: Antarktis Arktis Polargebiet Polarjahr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Internationales Team um Oldenburger Meeresforscher untersucht Meeresoberfläche
21.03.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Weniger Sauerstoff – ist Humboldts Nährstoffspritze in Gefahr?
17.03.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

International Land Use Symposium ILUS 2017: Call for Abstracts and Registration open

20.03.2017 | Event News

CONNECT 2017: International congress on connective tissue

14.03.2017 | Event News

ICTM Conference: Turbine Construction between Big Data and Additive Manufacturing

07.03.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen

Verschwindende Äderchen: Diabetes schädigt kleine Blutgefäße am Herz und erhöht das Infarkt-Risiko

23.03.2017 | Medizin Gesundheit

Die Evolutionsgeschichte der Wespen, Bienen und Ameisen erstmals entschlüsselt

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie