Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter-U-Boot schießt Bilder vom antarktischen Meeresboden

22.02.2007
Erkenntnisse bringen Rückschlüsse auf Klimaänderungen

Eine Reise zum Meeresgrund in den Gewässern des Südpolar-Meeres hat neue Erkenntnisse gebracht. Das ferngesteuerte Roboter-U-Boot Isis hat nicht nur Bilder von Lebewesen aus 3.500 Metern Tiefe geliefert, sondern auch geologische Proben gezogen, die Rückschlüsse auf die Klimaänderungen der Vergangenheit zulassen. Es ist das erste Mal, dass derart genaue Bilder von dieser Region gemacht wurden.

Die Expedition in der Marguerite Bay an der Westseite der Antarktischen Halbinsel brachte Bilder von Seeanemonen, Schwämmen und Krustentieren aus der eisigen Tiefe. Erstmals wurden auch Bilder von den Schmelzwasserkanälen gemacht, die einen Einblick in die Geschichte der antarktischen Gletscher erlauben. Davon erhoffen sich die Forscher auch Erkenntnisse über die zukünftige Klimaentwicklung.

Die Expedition war auch der erste Einsatz des Robotertauchboots Isis, das auf dem Polarforschungsschiff James Clark Ross in die Antarktis gefahren wurde. Isis wurde in Kooperation zwischen dem National Oceanography Institute in Southampton und dem Woods Hole Oceanographic Institution gebaut. Das Roboter-U-Boot, das 2,7 Meter lang, rund zwei Meter hoch und 1,5 Meter breit ist, wiegt rund drei Tonnen und kann bis zu 6.500 Meter tief tauchen. Ausgestattet mit einer Reihe von Kameras, Sonar-Systemen und zwei Greifarmen, die Objekte vom Meeresboden einsammeln können, kostete das U-Boot rund 6,7 Mio. Euro. Mit dem Mutterschiff ist das Hightech-Gerät über ein zehn Kilometer langes Kabel verbunden.

Wie sensationell die Bilder vom Ozeangrund sind, bestätigt auch der Forschungsleiter Julian Dowdeswell, Direktor des Scott Polar Research Institute an der Universität von Southampton. "Die Verbindung vom Kontrollraum des Schiffs zum U-Boot passierte in Echtzeit und man hatte das Gefühl als würde man wirklich an Bord von Isis sein", so der Forscher. Während der dreiwöchigen Expedition unternahm das U-Boot insgesamt 15 Tauchfahrten. Am Kontinentalschelf in etwa 600 Metern Tiefe konnten die Forscher erstmals einen Blick in die Schmelzwasserkanäle werfen, die vorherige Gletscher als tiefe Rinnen hinterließen. "Vor 18.000 bis 20.000 Jahren reichte die Eisdecke mehr als 300 Kilometer weit über seine jetzige Position hinaus", so der Forscher. Beim Abschmelzen hinterließ das Wasser diese subglazialen Kanäle, die sowohl nach oben als auch nach unten flossen, da das Eis darüber nach unten drückte. Es sei das erste Mal, dass diese zum Teil bis zu 100 Meter tiefen Kanäle aus der Nähe betrachtet werden konnten, erklärte der Forscher.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.noc.soton.ac.uk
http://www.spri.cam.ac.uk
http://www.soc.soton.ac.uk/OED/ROV

Weitere Berichte zu: Expedition Klimaänderung Meeresboden Roboter-U-Boot U-Boot

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern
18.01.2017 | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

nachricht Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie