Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbesserte Kenntnisse über das Meereis

21.02.2007
Da das Meereis hauptsächlich an den Erdpolen vorkommt, sind In-situ-Messungen schwierig. Aus diesem Grund trieb die Technische Universität von Dänemark die Entwicklung eines neuen Modells für Rückschlüsse auf das Meereis anhand von satellitenbasierten Messungen voran.

Das Meereis ist enorm wichtig für den Energie- und Wasserhaushalt der Erde. Es wird zunehmend nachweisbar, dass der Klimawandel die Bildung von Meereis beeinflusst und weltweit zu gravierenden Veränderungen der Meereshöhe führen kann. Deshalb müssen wir unser Wissen über das Meereis unbedingt verbessern, um diese zukünftige Entwicklung präzise prognostizieren zu können.

Genau diesem Ziel diente das IOMASA-Projekt, an dem mehrere führende europäische Wissenschaftseinrichtungen und meteorologische Institute beteiligt waren. Im Rahmen des IOMASA-Projekts beschäftigte man sich an der Technischen Universität von Dänemark (DTU) mit dem Problem der Emissionsfähigkeit von Meereis. Spezialisierte Instrumente wie das AMSU (Advanced Microwave Sounding Unit, fortgeschrittenes Gerät zur Mikrowellensondierung) wurden für die Ermittlung der Werte einer Emissionsfähigkeit über bekannten Eisgebieten eingesetzt.

Damit modifizierten die Atmosphärenwissenschaftler der DTU ein neues Schneedeckenmodell (MEMLS - Microwave Emission Model for Layered Snow-packs, Mikrowellenemissionsmodell für geschichtete Schneedecken) bezüglich des Meereises. Da Meereis im Gegensatz zum Schnee Salzlösung enthält, musste besonders bei jungem Meereis auf die verstärkte Permittivität bei dieser Salzlösung geachtet werden. Zu diesem Zweck nutzte man Polder - Van Santen-Mischungsformeln.

Damit der Frequenzbereich von MEMLS gültig sein konnte, musste der Streuungskoeffizient des Meereises auf Grundlage der Streuungstheorie berechnet werden. Die Wissenschaftler der DTU fanden heraus, dass die Born-Näherung, die einem Energiegesetz folgt, am besten geeignet ist. Da zudem mit steigender Frequenz die Genauigkeit zunimmt, kann der obere Mikrowellenbereich genutzt werden.

Die DTU sucht nach Möglichkeiten zum Aufbau auf der anfänglichen Modellentwicklung, die im Rahmen des IOMASA-Projekts stattfand. Auf diese Weise soll eine genaue Schätzung der Meereisdecke mittels durch Erdbeobachtungssatelliten gesammelter Fernerkundungsdaten möglich werden.

Leif Toudal Pedersen | ctm
Weitere Informationen:
http://www.dtu.dk

Weitere Berichte zu: DTU Emissionsfähigkeit IOMASA-Projekt Meereis Microwave

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Ursuppe in Dosen
21.06.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften