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Bessere Bodennutzung in Baschkortostan?

14.02.2007
Eine der wichtigsten Kornkammern Russlands befindet sich im westlichen Vorland des Urals, in der südrussischen Republik Baschkortostan. Doch die Böden dort weisen vielfältige Schädigungen auf, die Erträge gehen zurück.

Über die natürlichen sowie die nutzungsbedingten Ursachen, vor allem aber die weitergehenden ökologischen Folgen ist bisher wenig bekannt. Geoökologen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) wollen im Verbund mit russischen Wissenschaftlern Ursachen und Wirkungen analysieren und Empfehlungen für eine nachhaltigere Landnutzung in der Region geben. Ihr Projekt wird von der VolkswagenStiftung mit rund 240.000 Euro gefördert.

"Die Waldsteppenbereiche in Baschkortostan gehören zu den fruchtbarsten Gebieten Russlands, doch die landwirtschaftliche Nutzung der letzten Jahrzehnte hat hier zu einer massive Beeinträchtigung der Bodenqualität geführt, deren Folgen sich insbesondere in verschiedenen Erscheinungsformen von Bodenerosion, aber auch in zurückgehenden Erträgen zeigen", erläutert Prof. Dr. Manfred Frühauf vom Institut für Geowissenschaften der Martin-Luther-Universität. So hat sich die Produktivität der genutzten Acker- und Weideflächen in den vergangenen 30 Jahren teilweise um 40 Prozent vermindert. Entstehende Erosionsschluchten (Abb. 1) führen dazu, dass große Flächen gar nicht mehr genutzt werden können.

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion, aber auch bedingt durch den Klimawandel, ergeben sich dabei sogar neue Bedingungen für die Art und Intensität der landwirtschaftlichen Nutzung. Ackerland liegt zum Teil brach, Windschutzstreifen wurden zu wenig gepflegt, die Beweidung wurde intensiviert. Daraus resultieren neuartige Formen der Erosion (Abb. 2), Eigenschaften des Humus- und Bodenwasserhaushalts ändern sich.

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Die Forscher wollen entsprechenden Problemen nun nachgehen. Sie kartieren das Gelände, machen Bodenprofilaufnahmen und -analysen, recherchieren Satellitenbilder, führen vor Ort Messungen und Befragungen durch. Drei Jahre wird das Projekt zunächst dauern, mit der Option auf eine Verlängerung. Die Kernfrage dabei laute, so Manfred Frühauf: Wie kann man in Baschkortostan zukünftig - unter Berücksichtigung der veränderten Markt- aber auch Klimabedingungen - eine nachhaltige Landnutzung betreiben, vielleicht sogar Humus aufbauen und damit nicht nur die Bodenqualität, sondern auch die Funktion diese Böden als Kohlenstoffsenken im Kontext des Treibhauseffektes verbessern? "Unser Projekt zielt damit nicht nur auf höhere, vor allem aber stabile Erträge, sondern insbesondere auf einen nachhaltigeren Boden- und Klimaschutz".

Auf russischer Seite sind Forscher der Baschkirischen Staatlichen Universität, einer Partneruniversität der MLU in Halles Partnerstadt Ufa, beteiligt . Die VolkswagenStiftung entschied kürzlich, das deutsch-russische Projekt mit rund 240.000 Euro zu fördern.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Manfred Frühauf
Tel.: 0345 55-26040
E-Mail: manfred.fruehauf@geo.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

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