Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die letzte Meile bis zum Strand

29.01.2007
Tsunami-Trainingskurs in Jakarta
Auf der letzten Meile
Ausbildungsmaßnahmen für den Betrieb des Tsunami-Frühwarnsystems
Am Montag, den 29. Januar 2007, wird in Jakarta (Indonesien) ein vom GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) organisierter internationaler Trainingskurs zur Seismologie und Tsunami-Modellierung beginnen. Zur Eröffnung werden der Deutsche Botschafter in Indonesien, Paul Freiherr von Maltzahn, und der Indonesische Minister für Forschung und Technologie, Dr. Kusmayanto Kadiman, erwartet. 30 Teilnehmer aus Indonesien werden in den kommenden drei Wochen von GFZ-Experten mit Unterstützung durch weitere Wissenschaftler ausgebildet.
Schwerpunkte bilden die Seismologie, die computergestützte Auswertung von Erdbebenaufzeichnungen, die genaue Magnitudenbestimmung sowie die Bestimmung und Bewertung von Tsunami-Signalen in der Region des Indischen Ozeans.

"Diese Ausbildungsmaßnahmen sind integraler Bestandteil im Konzept des deutschen Tsunami-Frühwarnsystems für den Indischen Ozean (GITEWS)," stellt Prof. Rolf Emmermann, Vorstandsvorsitzender des GFZ Potsdam und Vorsitzender des Lenkungsausschusses des Projektes fest. "Eine im Alarmfall ausgesprochene Warnung muss auf fundiertem Wissen über das auslösende Erdbeben beruhen. Und: diese Warnung muss die Menschen erreichen, also die letzte Meile bis zum Strand überwinden."

Dafür sind diese Kurse ein notwendiger Baustein. Es geht darum, vor Ort die Kapazität für einen eigenständigen Betrieb des Tsunami-Frühwarnsystems zu schaffen, auch "Capacity Building" genannt.

... mehr zu:
»GFZ »Indonesien »Jakarta »Meile

Die Mehrzahl der Vorlesungen und Übungen des Trainingskurses werden von Wissenschaftlern des GFZ Potsdam abgehalten. Von der Helmholtz-Gemeinschaft, für die im Auftrag der Bundesregierung das GeoForschungsZentrum federführend das Frühwarnsystem entwickelt, bringen auch die Fachkollegen des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven ihr Wissen ein. Weitere Unterstützung kommt vom Leibniz-Institut für Meeresforschung (IfM-GEOMAR) in Kiel, von Experten des Geologischen Dienstes (USGS) der USA, des Dienstes für Meteorologie und Geophysik (BMG) in Jakarta, des indonesischen Nationalen Koordinierenden Dienstes für Kartografie und Geodäsie (BAKOSURTANAL) sowie vom Institute for Environmental and Human Security (EHS) der Universität der Vereinten Nationen (UNU) in Bonn.

Im Rahmen des Capacity Building für das Tsunami-Projekt werden sich drei Kurse in den kommenden Jahren speziell auf Teilnehmer aus Indonesien konzentrieren. Diese Wissenschaftler und Ingenieure von den Partnerinstituten werden in Zukunft mit Aufgaben der Datenanalyse und Tsunami-Frühwarnung im Rahmen des Katastrophen-Managements in Indonesien betraut sein. Dies ist ein weiterer Schritt zum Aufbau von Warn-Kapazität in der betroffenen Region.

Ergänzende Aktivitäten zum Aufbau eines eigenständigen, funktionierenden Managements zur Tsunami-Frühwarnung betreibt das EHS-Institut (Bonn) der Universität der Vereinten Nationen mit einem Programm für Wissenschaftler und den wissenschaftlichen Nachwuchs, das Aus- und Weiterbildungsprogramme mit einer Zeitdauer gestaffelt von zwei bis drei Monaten bis zu drei Jahren vorsieht. Ferner entwickelt die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) durch Beratungsprozesse vor Ort in drei indonesischen Pilotregionen allgemeingültige Verfahren, Mechanismen und Funktionsbeschreibungen zur Warnmeldung und Vorbereitungsplanung (Warn- und Reaktionskette) auf der lokalen Ebene.

"Ziel des Programms für dasTsunami-Frühwarnsystem ist, nach der technischen Fertigstellung Ende 2008 in einer gemeinsamen indonesisch-deutschen Betriebsphase bis 2010 das System operationell zu implementieren, um es dann vollständig in die Hände Indonesiens zu übergeben. Bis dahin muss dann in Indonesien die personelle Kapazität bereit stehen. Dazu dienen auch unsere Trainingskurse," erläutert Prof. Emmermann.

Franz Ossing | idw
Weitere Informationen:
http://www.gitews.de

Weitere Berichte zu: GFZ Indonesien Jakarta Meile

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern
18.01.2017 | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

nachricht Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise