Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

'The Day After Tomorrow' möglicherweise bald Realität

09.11.2006
Abgeschwächtes Hollywood-Szenario könnte wahr werden

Klimaveränderungen in der Antarktis hängen unmittelbar mit einer Klimaveränderung in der Arktis zusammen. Dies haben Forscher des European Project for Ice Coring in Antarctica (EPICA) der European Science Foundation (ESF) in Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung herausgefunden. Die Forscher skizzieren einen Klimawandel, wie er in dem Hollywood Blockbuster 'The Day After Tomorrow' dargestellt wurde, wenngleich die Auswirkungen nicht derartig heftig für die Menschheit spürbar sein werden. Im Allgemeinen kann erwartet werden, dass der Süden noch wärmer wird und der Norden weit gehend konstant bleibt.

Vor 20.000 bis 55.000 Jahren erwärmte sich die Antarktis immer dann, wenn es im Norden kalt war und der Export von warmem Wasser aus dem Südozean reduziert wurde. Umgekehrt begann sich die Antarktis dann abzukühlen, wenn im Zuge einer Erwärmung im Norden warmes Wasser in den Nordatlantik strömte. "In den vergangenen 10.000 Jahren war diese bipolare Klimaschaukel, die warme Temperaturen zu uns in die nördliche Hemisphäre bringt, stabil, was auch für die globalen Temperaturen galt", erklärt Hubertus Fischer, Paläoklimatologe am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, im Gespräch mit pressetext. Durch die zunehmende Klimaerwärmung, verursacht durch den hohen Schadstoffausstoß in die Hemisphären, wird diese bipolare Schaukel aber zunehmend aus dem Gleichgewicht gebracht und somit Klimaveränderungen verursacht.

Ein Szenario wie in dem Film 'The Day After Tomorrow' ist trotzdem nicht zu erwarten. "Global gesehen wird es kaum zu Temperaturauswirkungen kommen", so Fischer. Im Norden sollte es durch die Störung der bipolaren Schaukel eigentlich kälter werden, doch durch die allgemeine Klimaerwärmung werde es zu kaum spürbaren Auswirkungen kommen. Grund dafür ist, dass die Auswirkungen des instabilen Golfstroms die CO2-Verschmutzung nicht kompensieren können. "Der Norden wird sich lediglich langsamer erwärmen als früher", so Fischer. Massivere Auswirkungen werden in der südlichen Hemisphäre erwartet: In afrikanischen Ländern oder in Australien, wo die Temperaturen auf Grund der Klimaerwärmung schon massiv steigen, wird es durch die Verschiebung des Golfstroms zu einer weiteren Erwärmung kommen, was durchaus verheerende Konsequenzen hätte.

Dass die Ergebnisse nun direkte Auswirkungen auf das globale Umweltbewusstsein haben werden, bezweifelt Fischer aber. "Die Studie zeigt, dass der Klimawandel ein globaler Prozess ist, dessen man sich bewusst werden sollte", erläutert Fischer gegenüber pressetext. Klimaeingriffe in die bipolare Schaukel werden zunächst vor allem auf afrikanische aber auch australische Länder erhebliche Temperaturauswirkungen haben. "Im Grunde genommen sollten wir jede Art von Klimaeingriffe verhindern", mahnt Fischer abschließend im pressetext-Gespräch.

Victoria Danek | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.esf.org
http://www.awi.de

Weitere Berichte zu: Antarktis Klimaerwärmung Klimaveränderung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Einfluss der Sonne auf den Klimawandel erstmals beziffert
27.03.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

nachricht Der steile Aufstieg der Berner Alpen
24.03.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE