Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Auerochse kehrt zurück

29.01.2002


Blickfang der Ausstellung: Ein Skelett des ausgestorbenen Auerochsen.


Mit einer kleinen Sonderausstellung über Entwicklung und Comeback des vor 370 Jahren ausgerotteten Auerochsen informiert das Geologisch-Paläontologische Museum der Westfälischen Wilhelms-Universität in Zusammenarbeit mit dem Züchter Martin Kockmeyer aus Münster über die Vorfahren der heutigen Hausrindrassen. Daneben geht es um die Eigenschaften und den Nutzen der seit einigen Jahrzehnten durch Rückkreuzung entstandenen "neuen Wildrinder" bei der Erhaltung historischer Kultur- und Naturlandschaften.

Im Eiszeitsaal des Geologischen Museums an der Pferdegasse 3 wird das ausgestellte Skelett eines Auerochsen durch etwa 20 Großfotos und Texttafeln ergänzt. Diese spannen einen Bogen von den Höhlenmalereien eiszeitlicher Jäger über das "Heckrind-Projekt" vor rund 80 Jahren bis zum heutigen Einsatz der robusten Wildrinder in der Landschaftspflege. Grundlage des Projekts der Zoodirektoren Heinz und Lutz Heck war ihre Idee, dass eine Tierart so lange nicht endgültig ausgestorben ist, wie ihre Gene in Nachfolgern überleben.

Die so genannten "Heckrinder" vereinigen die in etwa 30 urtümlichen Rinderrassen noch vorhandenen Gene ihrer um 1630 ausgerotteten Ahnen. Durch gezieltes züchterisches Entfernen von Haustiermerkmalen konnten sich die ursprünglichen Ur-Erbanlagen wieder durchsetzen. Die Kälber zeigen im Gegensatz zu Hausrindern immer eine hellbraune Färbung, die später dunkel wird. Messungen des Hirnvolumens geschlachteter "Heckrinder" bestätigen Beobachtungen der Züchter, dass die Sinne ihrer Tiere schärfer sind und die Intelligenz höher ist als bei Hausrassen.

Die friedfertigen Tiere leben heute wieder in größeren Herden in verschiedenen europäischen Naturschutzgebieten. Dort erfüllen sie mehrere Aufgaben: Sie verhindern durch ihre Beweidung die für bodenbrütende Vögel und selten gewordene Pflanzen negative Verbuschung. Das wehrhafte Aussehen der Tiere verhindert menschliche Störungen auf den von ihnen bewohnten Flächen und schafft so Rückzugsräume für scheue Kleintiere und Vögel.

Norbert Frie | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/Geomuseum/

Weitere Berichte zu: Auerochse Vögel Wildrind Züchter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Wie viel Biomasse wächst in der Savanne?
16.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie