Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pinien geben Aufschluss über Hurrikan-Geschichte

20.09.2006
Baumringe erzählen Wettergeschehen von 220 Jahren

Wissenschaftler der University of Knoxville in Tennessee haben eine Möglichkeit entdeckt, die Geschichte der Hurrikans mindestens 220 Jahre zurückzuverfolgen. In den typischen Pinien von Georgia konnten die Forscher genaue Spuren der Sturmaktivitäten entdecken, berichtet das Wissenschaftsmagazin National Geographic. Damit könnte es erstmals möglich sein, genaue Hinweise über die Ursache von Wirbelstürmen zu finden.

Erst kürzlich hatten US-Forscher eine Korrelation der Hurrikan-Häufigkeit und der globalen Erwärmung durch menschliche Aktivitäten hergestellt (pte berichtete http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=060912036 ). Fraglich blieb dabei eine Tatsache - nämlich die, wie die Hurrikan-Saisonen während der vergangenen 100 oder gar 200 Jahren waren. Erich Roeckner vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg meinte gegenüber pressetext, dass eine verlässliche Aussage sich deshalb nicht machen ließe, weil die Klimamodelle bisher zu ungenau seien und sich Hurrikans nicht gut darstellen ließen. Andere Experten hatten an den Hurrikan-Untersuchungen bemängelt, dass sie erst zu kurz genau genug wären, um eine Ableitung über die Häufigkeitszunahme zu treffen.

Studien Co-Autorin Claudia Mora geht sogar davon aus, dass sich mit Detektivarbeit die Sturmaktivitäten sogar 400 Jahre zurückverfolgen lassen könnten. "Sicher gibt es jetzt sehr viele Fragen über die Ursache der Zunahme und der Intensität der Hurrikans. Die derzeitigen Messwerte reichen gerade aus, um die vergangenen 60 Jahre genauer zu beleuchten", so Mora. Das sei aber viel zu kurz, um verlässliche Aussagen treffen zu können. "Die neue Technologie, die auf der Analyse von Sauerstroff-Isotopen in den Baumringen basiert, soll Licht hinter die Auslöser der Wirbelstürme bringen", erklärt die Forscherin. Das einzige, was die neue Technologie nicht könne, sei die Intensität der Hurrikans zu erklären. Der Forschungsansatz liefere allerdings genaue Angaben über die Frequenz.

... mehr zu:
»Baumringe »Hurrikan »Pinien

Hurrikans sind dynamische und bewegliche Systeme, daher sind die Sauerstoff-Isotop-Gehalte, die bei den Wirbelstürmen auftreten anders, als jene bei normalen Gewittern, erklärt die Forscherin. "Hurrikans sind sehr organisierte Wettersysteme, die groß sind, sehr hoch in die Atmosphäre gehen und lange verweilen." Der Wasserkreislauf ist anders, als bei herkömmlichen Gewittern. Das erkläre auch, warum die schwersten Sauerstoff-Atome (Oxygen-18) früher aus dem Sturmkreislauf fallen. Koniferen, wie etwa Pinien, die flache Wurzeln haben und in erster Linie auf Regenwasser angewiesen sind, nehmen dieses Regenwasser für die Zellulose-Herstellung auf. Genau diese Zyklen können in den Baumringen abgelesen werden. Bei der Untersuchung der ersten "60 Jahre" gab es nach Angaben von Mora nur eine Falschmeldung. Die Forscher hatten die Stürme auf den Baumringen mit jenen aus Logbuch-Aufzeichnungen, Tageszeitungen und anderen Dokumenten verglichen. Eines fiel allerdings schon auf: Die Baumringe zeigten wesentlich mehr Wirbelstürme, als die historischen Dokumente. Umgekehrt waren drei schwere Stürme am Ende des 18. Jahrhunderts während Trockenperioden nicht in den Baumringen zu finden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nationalgeographic.com
http://www.mpimet.mpg.de

Weitere Berichte zu: Baumringe Hurrikan Pinien

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Von GeoFlow zu AtmoFlow
20.04.2018 | Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

nachricht Stärkere Belege für Abschwächung des Golfstromsystems
12.04.2018 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Digitale Medien für die Aus- und Weiterbildung: Schweißsimulator auf Hannover Messe live erleben

20.04.2018 | HANNOVER MESSE

Neurodegenerative Erkrankungen - Fatale Tröpfchen

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics